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Sie wollen also im dritten Theile Riedcln vornehmen; wie wer-den Sie dies aber mit dem Titel: antiquarische Briefe/ vereinigen?Denn ich vermuthe, daß Ihr Streit mehr philosophisch über denErundsatz der Schönheit seyn wird. Das, was Ricdel über denLaokocn in seiner philosophischen Bibliothek sagt, ist höchst absurd,Ter Mensch weiß wirklich nicht, was er will.
Tast ich Ihre Assiguation bezahlt habe, dafür müssen Sie mirnicht danken. So weit ich reichen kaiin, können Sie allemal aufmich rechnen. Diese kleinen Freundschaftsdienste sind kein Aercicnst,obgleich ihre vorschliche Unterlassung ein Laster ist.
Was die französische Buchhandlung betrifft, so habe ich gar nichtbehaupten wollen, daß in Frankreich der Selbstverlag der Autorenverboten sey. Er ist vielmehr daselbst sehr gemein; nur muß der Au-tor jum Verkaufe seines Buches sich eines Mitgliedes der Buch-händlcrinnuiig als einer Mittelsperson bedienen. Selbst kann er nichtverkaufen, wenigstens nicht öffentlich; aber der Buchhändler verkauftfür des ZlutorS Rechnung. Tics ist allzu klar aus dem lii-glemeul<Ie la I^ivrniiio von 1726., das im Lavaiz? und auch im üöcueilll'01'llcinniuices stehet. Alle Bücherprivilcgien, die an Autoren gege-ben werden, bekräftigen dieses. Sie enthalten alle: «zuv l'imjielr.inl,1e eonlvrmeia cn tviii nux lii^Iemens lio la I.iliiuirie, <^ no>iammont ü ceini clu ^vril 17?.?. Sie werden alle auf dertllamliro h'vciioale lies I^iliraires mit der Klausul rcgistrirt: ooii-kormement au lieglemont llv 172.1. sait lMciil'c ^il. 4. »toules peilonnos (lc- »jiid^uo ^».ilile c^u'ils lmont, nulres, li»c;les I.iuiairc>8 et Iminimeurs, t/e v<?»c/^e, l/cett/e»', /cttie n//?l/«c,'«?'ciin>5 /.in, es /es ienc/^L e» /ei-?'« imnis, ^c>«t /^ <??i
c///c«i /e« a,-/cu^« ou aue>e-»c,it. Ein solches Privilegium stehtz. B. vor dem kloreuro cie Villorio t»iri traiiuil ^>!>r lie^nivr.
1. Paris 1726. in 12. ?ie Autoren müssen auch der (lunnurok^niiieale 9 Exemplare liefern. Nach den in Frankreich bey demBuchhandel angenommenen Grundsätzen würde die Regierung nichterlauben, daß Bücher verkauft würden, ohne daß die ('Iiumlii-L k^n-ciicalo darum wüßte. Tcnn so gar alle auswärtigen Bücher werde»nicht anders als auf drey Wegen ins Königreich gelassen, und dürfennicht eher verkauft werden, als bis die <^liumliro h-riiiicalv sie spc-cisicirt und rcgistrirt hat. Gott bchütc, daß wir je in Teulschland(üigliilii'es s^ncliealcis bekommen! das sind l^liamliros ariieulvs!
Ich lese das Journal oii<:z?i!lo^t!llic'u<: nicht. Ich vermuthe aber,daß Sie den Brief meynen, der auch in den deutschen Zeitungen aus-