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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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Briefe .in Lessing . 1771.

I'um Nlltrem clixcrv pi»m: inlrgcnl.'t cunetiDixeiunt precivus talia sneta natris.

Lx illo nemo okt !>uku8 ieniare nel-inll.i

maxls itl^uo magls mons piolalis Iiahot.Doch Sie müssen wohl die Stelle, die von diesem n!o handelt, selbstin der Grammatik lesen, die gewiß in der Wolfenbüttclschcn Biblio-thek nicht fehlen wird. Den VerS:

^nitaeos nemilit Livis ol> seuoro prellc»8t!ollttitnit moniern, c^ui nielatis inest,möchte ich gerne verbessert sehen. Ich sehe keinen rechten Verstanddarinn Soll ich Ihnen nun frey sagen, mein liebster Lcssing, wasich von Ihnen wünsche? Wo kann ich etwas von dieser That unddem monie zilelatis lesen? ES muß doch die Geschichte gewiß woaufgezeichnet seyn; weil diese eifrige Magistrat-Person (denn daS war er:

8l>eno miiAistiatum Feslit, nam laene I^ovomvirI^Iecrus, taepe ett mil?u8 all ora llncum.)ohnfchlbar wegen dieser frommen Handlung weltberühmt worden ist.Wissen Sie mich hier auf eine Quelle zu weisen, die ich aber IW,hier haben kann? Dann soll auch mein piilnmi^ auf ewig von mirverabschiedet seyn. Ucbernchmen Sie doch diese Bemühung, alleinnur bey Gelegenheit. Denn Eile hat es damit gar nicht. Leben Siewohl, mein liebster Lcssing, und beneiden mir meine Zahnschmerzen,die mir aufs neue zusetzen, fei» nicht.

Schmid.

Halbcrstadt, d. lo. Jan. 1771.

Herr Dohm, ein hoffnungsvoller Jüngling, der auf einer Reisenach Altona zu Herrn Basedow den großen Lessing sehen will, die-ser, mein liebster Freund, bittet mich, ihm diese zwey Zeilen mit zugeben, und dadurch ihn einer guten Aufnahme zu versichern. ES wärenicht nöthig, sagt' ich; Sie wären die Güte selbst. Warum aber sollt'ich mir nicht das Vergnügen machen, meinem Lcssing diese zweyZeilen zu schreiben? Möchten sie ihn bey meinen lieben alten Deut-schen antreffen! Seitdem Sie mir die vortrefflichen Neste des altendeutschen Verstandes wiesen, seitdem, liebster Freund, wünscht' ich beyaller Gelegenheit, daß Sie doch bald die Freunde dieses Verstandesdamit beschenken möchten, indem ich glaube, daß von ihm wahr ist,was man von seinem Schweizer Haller sagt:Und all' ihr N>iy ist mir Verstand!