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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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Briefe an Lessing . 1771.

Oelmalerey hätten. Wenn er es auch nur bloß in Rücksicht der Ma-lerei) meynt, so dünkt mich doch, daß er Unrecht hat. So dauerhaftist doch keine Oelmalerey, als man liefet, daß die Wachsmalerev beyden Alten gewesen seyn soll. Des übrigen Gebrauchs, den man davonmachen könnte, nicht zu gedenken.

Döbbelin ist nun in Braunschwcig, und da eben so Döbbelin, wiein Leipzig, Danzig, Berlin , und wo er gewesen. Wenn Du ihnsiehst, so sage ihm doch, daß die Okriftin F"*, sonst die Fclbriggenannt, hier ist, und frag' ihn, ob er sie nicht, ein Jahr lang aufseinem Theater zu spielen, laut seiner erhaltenen Sentenz wider sie,bei dem hiesigen Kamniergericht angehalten wissen wolle. Lebe wohlund vergnügt. Dein

treuer Bruder,Karl.

Leipzig , den 25. Januar 1771.

Ohne Erneuerung meines innigsten Dankes kann ich das Ma-nuskript nicht zurückschicken, dessen Gebrauch ich Dero großmüthigenGeflissenheit zu verdanke» habe. Zwar verbietet die Kürze der Zeitalles Wortgepränge. Aber, außerdem, daß ich, wenn cS aufs Com-plimeniircn ankömmt, eine sehr ärmliche Figur mache, so begnügenSie sich auch an dem bloßen Geständnisse der Verbundenheit. DasGefühl der Größe der Schuld, worinn ich bey Ihnen durch dieseWohlthat gerathen bin, lässet sich ohnedem mit Worten nicht aus-drücken. UebrigcnS beziehe ich mich auf mein letztes vor etwa 14 Ta-gen abgelassenes Schreiben, welches Dieselben durch Herrn Dohmohnfehlbar erhalten haben werden. Nächst künftigen Stcn FebruariuS geht die Auktion der von dem Herrn Grafen von Werther hinterlassenenBibliothek an, darinnen sich insonderheit ausnehmend schöne und raregenealogische und historische Bücher und Manuscrivte befinden. DenCatalogum davon habe ich beygelegt, in der Ungewißheit, ob er Ihnenetwa wohl möchte zu Gesichte gekommen seyn. Wollten Sie etwasdaraus erstehen lassen, so kann ich in Besorgung der Commission die-nen. Unter Anwünschung alles Wohlergehens verharre zc.

D. Reiske.

Wien , den 20. Jen. 1771.

Mein lieber Herr Lessing !

Von allen meinen Freunden werde ich angegangen, meine Reisenoch aufzuschieben, und beßre Wege und Wetter abzuwarten. Wie