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lange müßte ich aber dann warten? ES scheint, diesen Winter willkeine Kälte anhalten; wenigstens hier. Zwey Tage stiert es, und dendritten thauet cS wieder auf. Ganz strenge Kalte haben wir gar nichtgehabt. Da also nichts BcsserS zu hoffen; so werde ich, so bald meineGeschäfte zu Ende, ohne mich an irgend was zu kehren, den ReißauSnehmen. ES wäre denn, daß ich mich gegen dem nicht besser befände,als jcho. Seit drey Tagen habe ich ein Fieber. Wenn es nicht dieFolge eines Falles ist, den ich vor zwölf Tagen gethan, so fürchteich nichts. Allein ich muß cS fast vermuthen; denn seit der Zeit istmein ganzer Körper in Unordnung, und hauptsächlich leide ich amKopfe, woran ich den härtesten Stoß erlitten. — Eine Entdeckunghabe ich dabey gemacht, daß ich nicht hypochondrisch bin; sonst hattenmich die vielen Erzählungen, was alles für Unglück aus so einemFalle entstehen könne, ohnmöglich so gleichgültig gelassen. Ich habeeinen Mann gekannt, den sie lange ins Grab gebracht hätten; undmich haben sie noch nicht dahin bringen können, einen Chirurgum umRath zu fragen. Doch, damit ich mir nicht wieder einen Verweisvon Ihnen zuziehe, wenn Sie ctwan glaubten, daß ich mich mit Fleißvernachläßigte, so will ich Ihnen sagen, daß, wenn diese Nacht dasFieber wiederkömmt, ich morgen einen Doktor holen lasse.
Wäre van Swictcn zu sprechen, so hätte ich mich schon an ihngewandt; der liegt aber auf den Tod krank- Man hat ihn selbst heuteschon todt gesagt. Sie wissen doch, daß er es ist, der die Censur hat?Alles ist neugierig, wer sie wieder erhält. Viele befürchten, daß siein die Hände der Geistlichen kömmt.
Mag sie bekommen wer da will, nicht wahr? wenn nur unserefünf Nummern herauskommen. Und dieses wünsche ich blos, um Siezum Reisegefährten zu bekommen. Denn ich baue fest darauf, daß SieWort halten. Thäten Sie eS nicht: so wünsche ich zum voraus, daßalles vcrlohrcn gehen möge! Denn so sehr ich daS Geld brauche undnützen kann, so trägt cS doch wenig zu meinem Vergnügen bey. Ichrede so ernsthaft über diese Sache, daß Sie fast vermuthen können,als ob ich schon Rechnung auf die K0,ooo Rthl. machte. Seyn Sieunbesorgt, ich erwarte sie so wenig, als ich glaube, daß es heuteGold regnen wird.
Die Stelle in Ihrem Brief, wo Sie sagen: daß ich mir durchIhren Rath vielleicht Gelegenheit verschafft hätte, vielmehr Sie zubedauern oder zu verlachen — hat meine Aufmerksamkeit weit mehran sich gezogen, als der Lottogcwinnst. Ich hoffe ja nicht, daß SieUrsache haben, mißvergnügt zu seyn. Bcfrcyen Sie mich von der Be-
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