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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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277
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Briefe an Lefstng. 177/.

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Höhe so herunter gesunken. Ehedem hätt- ich es keinem rathen wol-len, ihn so öffentlich anzugreifen.

Seit einigen Minuten meldet sich mein Fieber. Ich habe zumDoctor geschickt. Wenn er kömmt, ehe der Brief fort muß, so sageich Ihnen seine Meinung; sonst nächste Post. Denn, wie Sie wohlwissen, ich halte mich nicht lange beym Krankseyn auf.

Ich bin

Dero

aufrichtigste Freundinn_ E. C- König.

Wien , den 30. Jen. 1771.

Mein lieber Herr Lessing !

Am vorigen Sonnabend konnte ich meinem Briefe weiter keineZeile beyfügen. ES wurde zu spat, so daß ich ihn versiegeln mußte,ehe der Doctor kam. Ich mußte den Abend noch zur Ader lassen;wobcv ich zum Erstenmahl in meinem Leben ohnmächtig ward. Die-ses schwächte mich so, daß ich eine sehr unruhige Nacht hatte; denandern Tag fand ich mich aber schon erleichtert, und nun geht eS im-mer besser. Seit gestern ist keine Spur vom Fieber mehr da.

Mein Doctor, der zugleich HofchirurguS ist giebt mir dieheiligste Versicherung, daß im Kopfe nichts verletzt sey. Ich glaubees auch; sonst hätten die Schmerzen sich nicht gelegt, sondern vielmehrzugenommen.

Ich kann Ihnen heute nicht mehr schreiben. Meine Kräfte lassenes nicht zu, wenn ich auch gleich das Verbot nicht respectiren wollte:weder zu lesen, noch zu schreiben. Sie wissen wohl, daß ich leichtvon Kräften komme, sie aber auch bald wieder gewinne.

Sagen Sie mir ia bald recht viel Gutes von sich, denn nimmtjemand Antheil an Ihrem Wohlergehn, so ist «S

Dero

ergebene FreundinnE. C. König.

Berlin , d. 12, Febr. 1771.

Liebster Freund,

Ich muß Ihnen inliegend einen Brief von einem jungen Gelehr-ten aus Leipzig senden, der von Ihnen Nachricht von einem Manu-ftripte des JsidoruS CharaccnuS verlangt, das auf der Wolfcnvütteli-