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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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Briefe an Lessing . 1771.

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Commission, es soll richtig besorgt werden. Können Sie denn etwanin Wolftnbüttel bey der Bibliothek oder bey der Schule einen geschick-ten Schulmann brauchen, einen wahrhaftig brauchbaren Mann, demes so wenig am Aeußerlichen als an Wissenschaft sehlt, und den mangleichwohl doch vernachlässiget. Er heißt MatthSi. Ich habe seineAbhandlung cle äelckine mit in diesen Theil meiner orswium hin-eingebracht- Er will auch Oion^Li Halicarnglleolis opuleula eritioaherausgeben. Das Ware allemahl ein besserer Gehülfe für Sie, alsein Z. Sehen Sie doch zu, daß Sie ihn anbringen können. Dergute Mann dauert mich, daß man so wenig an ihn denkt; oder viel-mehr seine Talente so verkennet und unterdrückt, daß man ihn nachMoscau hat verweisen wollen. Da wäre er für die gute Literatur ge-wiß verlohren- Wie ich in Hclmstädt war, habe ich ein gut Wortfür ihn bey dem Herrn Superintendent, D. Rehkopf, eingelegt. Derschien sich auch seiner annehmen zu wollen. Nach der Zeit aber habeich weiter nichts davon vernommen. ES muß etwann ein Landeökindihm querfeldein gekommen seyn. Verzeihen Sie meinem Geplaudere.Ich schreibe sehr flüchtig, und wie es mir unter die Feder kömmt.Die Kürze der Zeit leidet es nicht, und Sie verlangen es auch nicht,und endlich pflege ich auch nie auf meine Briefe zu studieren, sondernschreibe sie so von der Faust weg. Leben Sie, mein werthester Lcssing,wohl, (denn Ihr bloßer Name ist Ihnen mehr als alle Titel) undlieben Sie mich :c.

D. Reiske.

Berlin , den 15. Octobcr 1771.

Liebster Bruder,

Nun habe ich den ersten Theil Deiner vermischten Schriften mitBedacht wieder durchgclcsen, und leider zu meiner eigenen Beschä-mung viele Druckfehler, außer denen, die Du mir in Deinen Briefenangezeigt, gefunden. Willst Du sie in einem besondern Blatte anzei>gen, oder sie bis zum zweyten Theile »ersparen, bey dem ich aufmerk-samer und genauer zu seyn verspreche, wenn man anders zum Trotzdes Epiktets versprechen kann, was man nicht ganz in seiner Gewalt hat?

Bey Deiner Abhandlung habe ich zugelernt, ob ich gleich nichtleugne, von dem Wesentlichen einen dunklen Begriff gehabt zu haben.Ich wünsche, daß Du bey jeder DichtungSart die Nützlichkeit der Ety-mologie so zeigen könntest. Gesetzt, es wäre nicht der eigentliche Grund,warum die Aufschrift auf den Monumenten kurz seyn muß, den Du