Mann erfordert. Die Schwierigkeit war: wo finden wir den? Endlichfiel mir ein Mann ein, der hier, auswärts, und besonders am WienerHofe, dafür passicct; ich kannte ihn aber nicht einmal von Perfon.Doch wagte ich es, und ersuchte ihn schriftlich um seinen Beystand.Sogleich bestimmte er mit ein- Stunde/ worinn er zu mir kommenwollte. Er nahm Einsicht von allem, und fragte mich alsdann, wasich zu thun gedächte. Einen jeden bezahlen, und wenn auch das Un-glück wollte, daß bey der Wiener Fabrik mein ganzes Vermögen ver-loren ginge. Sie können zwar leicht denken, daß, wenn sich einMittel treffen läßt, dieses zu erhalten, und doch meine Gläubigervöllig zu befriedigen, daß cS mir allerdings lieber wäre. ES wardbeschlossen, meinen Gläubigern, deren hier ctwan viere sind, die Bi-lanz zu zeigen, um sie zu beruhigen, und sie um sechs Monat Fristzu bitten. Da sie wohl einsahen, daß ich keine andere Absicht habe,als mit Ruhe meine Sache arrangiren zu können; so willigten sie so-gleich ein, ohne daß sie ein Buch zu sehen begehrten.
Indessen haben diese Auftritte — an die ich nicht gewöhnet bin —mich dermaßen geschwächt, daß ich nicht auf den Füßen stehen kann,und noch gestern ganz gedankenlos war. Heute erst bin ich wieder er-träglich. Bedauern Sie mich aber nur nicht zu sehr. DaS Unglückhat auch seine angenehme Seite. Diese Epoche hat mir einen aufrich-tigen Freund erworben, der mit solchem Eifer für mich sorget, daßer gestern halb cilf in der Nacht »och einen Weg von einer halbenStunde in meinen Angelegenheiten machte. — Gegen Sie kann ichihn nennen, sonst will er noch nicht genannt seyn — es ist Herr Jo-hannes Schubach.
Nun muß entweder mein Schwager oder ich binnen kurzer Zeitnach Wien , um entweder die Fabrike zu verkaufen, oder durch einenvermögenden Compagnon zu uimrstützen. Herr Schubach sähe gerne,daß ich die Reise machte; ich habe sie aber mit aller Macht von mirabgelehnet. Will es mein Bruder gerne haben, so thue ich sie, dochso ungern wie möglich.
Ihre Reise gehet wohl so bald nicht vor sich? sonst könnte meinSchwager Gesellschaft mit Ihnen machen. Dies würde mir um solieber seyn, weil er dann einen vernünftigen Rathgebcr bey sich hätte.
Bald, bald wird es entschieden seyn, ob wir uns an jenem drit-ten Orte wieder sehen. Ich glaube cS kaum. Dann aber müssen Siesich nicht so weit entfernen, ohne von mir Abschied zu nehmen. Eskann zwar seyn, daß, wenn ich auch gleich nicht nach Wien gehe, ichdoch vorher zu Ihnen komme. Mein ältester Brnder liegt mir an,