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schr schlecht begegnet habe/ und zwar sagt es sein gewesener Busen-freund D- Grund. Dies kann nun wohl Rachsucht seyn, weil sie ihnzuletzt nicht mehr als Mcdicus gebraucht haben. Doch wenn eS wahrwäre, so sollte er die Frau nicht bekommen, die ich ihm wieder zuge-dacht habe, die Mamsell Al. meine ich.
Unser guter General gehet mir näher, als die B... in; dennich habe sie auf keiner Seite recht gekannt: aber an dem General, binich überzeugt, hat die Stadt einen ehrlichen Mann, und ich einenaufrichtigen Freund verloren. Ich denke, Sie lesen die Zeitung, sonstmuß ich Ihnen noch sagen, daß er gestern, da er bey Herrn von GrosVisite machte, ganz plötzlich an einem Steckflussc gestorben ist.
Was sagen Sie denn zu den Veränderungen, die in Kopenhagen vorgefallen? Nun ist Sturz auch arretirt. Ich hoffe ja nicht, daß erin dem schwarzen Komplot mit gewesen ist-
W ... Seele hat, seit wir die Nachrichten auS Kopenhagen erhalten,ganz neue Triebfedern bekommen. Ob es vielleicht auf seine GlückSum-stände Einfluß haben kann? Das wünschte ich, und ich glaube eSauch fast.
Daß aber unser süßer B * ' noch keine Staffelte erhalten hat,darüber grübeln seine Anhänger sehr nach. Sie zucken die Achseln,und fürchten, daß die große nützliche Begebenheit eben nicht so nütz-liche Folgen nach sich ziehen möge, wie zu hoffen stünde, wenn dasRuder wieder in die rechten Hände käme. In diese Hände kömmt esaber gewiß nicht wieder, so lange wenigstens R * * ein Wort zu sagenhat; denn der und B. sind zwey Leute, die gar nicht übereinkommen. —Cramer ist seit acht Tagen hier, und logirt bey Gr. Bernstorf.
Leben Sie wohl, liebster Freund, und seyn Sie ja recht gesund.Hören Sie aber auch nicht auf, es mir zu sagen, bis ich Ihnen schreibe,daß ich keinen Brief mehr von Ihnen erhalten kann. Ich bin vonganzem Herzen
Fhrc
ergebenste FreundinnE- C- König.