Druckschrift 
Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
Entstehung
Seite
361
Einzelbild herunterladen
 

Briefe an Lesstng, 1772.

361

darnach aufzuhalten, es könnte also seyn, daß ich erst den 22ten vonhier reisete.

Ich merke dieses an, damit Sie um so eher Ihrem Versprechennachkommen, mir nochmal zu schreiben- Käme auch ein Brief nachmeiner Abreise, so will ich wohl bestellen, daß er mir nachgeschickt wird-

Leben Sie recht wohl, bester Freund, und trinken Sie so viel -Punsch, als nur immer nöthig ist, um Sie vor allen Übeln Zufällenzu bewahren. Ich bin

Ihre

ergebene FreundinnE. C- König.

Hamburg , den 8. Febr. 1772.

Mein lieber Freund!

Ich schreibe blos, um Ihnen zu sagen, daß ich heute über achtTage gewiß abreise. Wo es nur immer möglich ist, so suche ich Siein Wolfcnbüttel heim, wenn ich Sie nicht in Braunschweig treffe.Doch ich denke, die Lustbarkeiten der Messe werden Sie da wohl solange halten. Sie gesund und vergnügt zu sehen, ist das Einzige,was mir die fatale Reise noch einigermaßen erträglich machen wird.Ich muß schließen, weil ich in 5cm Augenblick den Besuch von HerrnSch. zu erwarten habe.

Leben Sie wohl! Ich bin

Dero

ergebenste

^_ E. C. König.

Hamburg , den 12. Febr. 1772.

Mein lieber Freund!

Ich stehe in dem stolzen Wahne, daß cS Ihnen Unruhe verur-sachen könnte, wenn ich Sie nicht vorbereitete, mich einige Tage spä-ter zu erwarten. Einige kleine Hindernisse, von Seiten meines Schwa-gers, können veranlassen, daß ich erst den Montag oder Dienstag vonhier gehe; doch kann cS auch seyn, daß es beym Sonnabend bleibt.

Ich danke Ihnen, daß Sie sich in Braunschweig nach mir auf-halten wolle». Bestellen Sie das Quartier nur immer im Stern,wenn eS einer Bestellung bedarf; oder wenn cS vielmehr der Mühewerth ist, eS zu bestellen, da ich noch nicht weiß, ob ich da übernachte.