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sen Augenblick von der dritten Mahlzeit zurück. ES ist unmöglich,davon abzukommen, sonst hätte ich die sechs und dreyßig Stunden lie-ber ruhig in meinem Zimmer zugebracht. Ich hatte mirs so vorgenom-men, nicht allein völlig hier auszuruhen, sondern auch was Rechteszu brauchen, denn es will mit meiner Gesundheit noch keinen Bestandhalten. In Bamberg habe ich wieder einen harten Anstoß gehabt.Nun ich aber so eiligst von hier muß, gehet es nicht an. Vielleichtdaß die gute Witterung, die wir seit einigen Tagen haben, das be-wirkt, was die Medicin bewirken sollte.
Was sagen Sie denn zu dem schleunigen Tode von Graf Bcrn-storf? — ES werden allerley Arten von Thränen über ihn vergossenwerde». — K- wird auch nicht wenig bekümmert seyn, und P. B- istgewiß außer sich selbst gekommen, denn ich glaube nicht, daß er füreinen Menschen in der Welt mehr eingenommen seyn kann, als er, be-sonders zuletzt, für den Grafen cingcnommen war. — Und unsre guteM- ist auch Wittwe geworden. Die Frau bedaure ich! Da sie keineKinder hat, wird sie schlecht wegkommen.
Wenn Sie mir diesen Brief beantworten wollen, so können SiecS auf RegenSburg thun, wohin ich zuletzt komme. Meine Addrcssedaselbst ist bey Herrn Glätzl im Adler. Ich werde Ihnen recht vielenDank sagen, wenn Sie eS thun. Sie glauben nicht, wie leid eS mirthut, daß ich Ihre Briefe nun schon so lange vermisse.
Eben schlägt cS zwey Uhr; cZ ist also wohl Zeit, daß ich michschlafen lege. Doch noch eins. Mein Portrait haben Sie wohl schon?Denn ich habe von Rattclsdorf aus deswegen geschrieben. Sagen Siemir doch, ob man cS recht verpackt hat, daß eS nicht beschädigt wor-den? Mir ist nur bange, daß Sie sich an dem Portrait so satt sehen,daß Sie das Original nicht mehr sehen mögen.
Ihre
ganz ergebensteE. C- König.
Wenn Ihr neues Stück noch nicht nach Salzburg abgegangen ist,so seyn Sie so gut, und schicken eS auch nach RegenSburg .