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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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Briefe an Lessing . 1773

seyd! Zuletzt wird ein Ketzer, der nach Ihrer Art ewig verdammt/und nach Eberhards Art nicht ewig verdammt wird, gleich gutwegkommen.

Sie sollen/ noch diese Ostermesse/ c?e ma /axon den erstenBand eines Buchs bekommen, worin viel von der -Ewigkeit derHöllenstrafen vorkommt. Rathen Sie was das ist? Und wenn SieeS denn wissen, so widerlegen Sie mich auch, wenn Sie Herz haben!Ich bin Willens, darin den goldnen Spruch der Verleger!» desSchickards, daß die Bauerkalender starker gekauft werden, alsdie Ephemeriden, woraus sie gezogen sind,") zu meinem Nutzenanzuführen. Wie werde ich das machen?

A provoS von Verlegern! In Ihrem letzten Schreiben vom 22.April fragen Sie mich: ob denn die Fortsetzung unserer antiquarischenBriefe mit Klotzen abgestorben seyn muß? Ich sage nein! Sehen Siesie in GotteS NFinen fort, wenn eS auch nur wäre, damit ich sehenmöge, welche sinnreiche Wendung Sie nehmen werden, um nach KlotzensTode </eee,ii zu seyn. Ich denke immer, Sie werden auf ihre eigneArt äeeeut seyn, wie Sie auf Ihre eigne Art inilecent, waren. Mo-ses grüßt Sie. Er ist leider! noch immer schwach; Ihr Bruder aberist wieder gesund.

Ich umarme Sie von Herzen, und bin

Ihr

ergebenster Diener,Nicolai.

Halbcrstadt, den 2. Februar 1773.

Zwey Worte, mein bester Lcsstng: da» eine, für Ihre vortreffli-chen Beyträge Ihnen meinen besten Dank zu sagen. Sie haben mirsehr viel Vergnügen gemacht; aber ich dachte doch, noch mehr von meinenlieben alten Minnesingern darin zu finden. Nicht alles auf einmal,werden Sie sagen; und Sie haben Recht.

Das andre, den Herrn Professor Cacault, der von Berlin kommt,und unsern Mendelssohn für den besten Kopf in ganz Berlin haltenkann, den bey meinem Lessing einzuführen.

Er ist lange Zeit in Italien gewesen, und wird, weil Sie dochohne Zweifel Ihre Reise nach Rom noch immer im Sinne haben, Ih-nen vielleicht einige gute Nachrichten von daher geben können.

") Lessing hatte dies angeführt in den Beyträgen, 1r Th. S. 91.sBd ix, S. 69.^ Man sehe auch das Leben Sebaldus Nothanker«, trBd, in der Ausgabe von 1799. S. 185. Nicolai.