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wider Ihre Flatterteen nichts einzuwenden, ich aber dagegen desto mehr.Ich habe Ursache darüber zu zürnen, und auf Sie zu schmählen. DennSie verderben und verführen mir meine Frau. Unangemessene Lob-sprüche rücken immer gerne dem Frauenzimmer den Kopf von der rech-ten Stelle weg. — Bandini, und alles bisher an Sie, werther Freund,überschickte, ist in meinem Buche schon längstens auSgcthan. MachenSie sich darüber keinen Kummer. Den Vtcn Band der Oratorumsollen Sie mit nächster Ostermesse nebst dem 7ten auf einmal erhalten.
Soviel auf Ihr Schreiben, mein hochgeehrtester Herr Biblio-thekar. Nun will ich noch, mit Dero Erlaubniß, eines und das an-dere über Ihren Beytrag, doch in möglicher Kürze, und mit Scho-nung Ihrer Geduld anmerken. Ich fange beym liebsten an. Auchich habe von der Anthologie eine ^Iclinam. oder daß ich recht sage,zwey, aber sehr verschiedene Exemplare, die beyde das ZeichenHläi führen. In beyden steht?auli Gedicht, die eine geHort hiebernicht. Denn sie ist von Paulo Manulio, und von ^o. 4.650. Dieandere aber ist vom Jahre — Ja wer das wüßte und sagen könnte. —Ich halte sie ganz gewiß für die allererste. Denn 1) steht keine Jahr-zahl dabey; man mag hinten oder vorne suchen, nirgends. Und dochist das Exemplar nicht defect. 2) Steht am Ende ein langes Registervon Varianten, Zusähen, Verbcsserungen, daS in den folgenden Aus-gaben fehlt, weil diese Zusätze in denselben jedesmal an den angewie-senen Stellen eingeschaltet worden sind. 3) Fehlt Carteromachi Vor-rede, der nach kalii-ieii Aussage, die von diesem sür die erste HIdinamangegebene Ausgabe von ^o. 1503. mit einer Vorrede begleitet hat.Nun ist eher zu denken, daß CarleromachuS eine zweyte von ihm ver-besserte, als daß er die erstere unvollständigere mit einer Empfehlungin die Welt geschickt haben werde. Stände dieser EmpfehlungSschcinin der Ausgabe, die älter wäre, als die von der ich hier rede, (dasheißt, die ich besitze) so steht nicht zu begreifen, warum ZllduS beyeiner spätern Ausgabe daS Löbchcn seiner Waare weggelassen habensollte. Dem sey nun aber wie ihm wolle, allemal ist mein Exemplarälter, als löo4. Wollen Sie wissen, woraus ich daS schließe? Ichschließe es nicht. Die Jahrzahl steht geschrieben da. Das Exemplarhat einige Merkwürdigkeiten an sich, die es mir schätzbar machen. Dieerste Seltenheit ist ein Gemälde, das als ein Ramen die Anfangs-seite des Werkes, oder das zweyte Blatt nach dem Titelblatte, wo derText angehet, umfasset. Ohnfehlbar ließ Bilibald Pirkheymcr dieseniedliche Bildleiste von seinem Freunde, Albert Dürer , dahineinmalen. Auf Malcrcritik verstehe ich mich nicht. Ich will also auf