448
ohne alles Bedenken in seine Stelle einrücken, und Theil an seinemRuhme nehmen. Denn 4) dieses von München hergekommen« Werk-chcn ist just eben dasselbe/ das Monifaucon aus einer FlorcntinischenHandschrist ediren wollte. Siehe Itiuerarium Italioum p. 5) IsteS nun gleich so beschaffen, daß die Ausgabe desselben zu nicht vielmehr dienen kann, als den Leuten aus dem Traume zu helfen, undsie zu überführen, daß eS niemals hätte sollen gedruckt werden, sokann es seiner Dürftigkeit und Ungereimtheit ohngeachtet, dennoch aufeine oder die andere Weise bedeutend werden. Erstlich kann man eSgegen die gedruckte vil-im ?Ianucleam halte». Zwcytcns, wie eS imLateinischen keine Kleinigkeit ist, daß wir an Hygino eine Probe deSgemeinen, platten, pöbelhaften Lateins noch übrig haben, und Mun-keri Nase sich über dieser Olla puilüla gar wohl befand, so ist auchkein Zweifel, daß nicht mit der Zeit mancher griechische Pendant, indiesem Misthaufen des griechischen L->lloi8 störlen, und manc.,e schönePerle darinnen finden sollte, die er in die Krone deS Neuen Testamentshinein setzen kann, zum Beweise, daß dasselbe gut griechisch geschriebensey. Bevor ich inne ward, daß unser wichtiger HistoricuS in der Baucrn-sprache redete, klcckte ich in der Eil des Vor- und NachlcsenS einigevermeintliche KmenäglinneZ auf den Rand der Abschrift. Aber dienehme ich nun großen Theils wieder zurück. Kehren Sie sich nichtdaran, mein lieber Lessing , thun Sie, als wenn nichts da stände. Ansolchen platten Redensarten darf man sich gar nicht vergreifen, manmuß sie lassen, wie sie sind, ülalum lione litum kinero. Aber ver-siehe» Sie auch meinen Ausdruck Vor-und Nachlesen? Bevor ich dasCobersche ^poxrnplium wieder an Ort und Stelle brachte, (welchesgeschahe eben da eS zum Ausrufe kommen sollte) collationirten wir,meine Frau und ich, unsere Abschrift mit jener. Sie las die CoberscheAbschrift mir vor, und ich las ihre Abschrift nach, und in diesem Ja-gen und Peitschen kleckte ich, wie gcsaget, einige unreife Sudeleyen anden Rand. Was Sie davon denken, »nd wie Sie dieselben nutzensollen, das wissen Sie nunmehr». Hundert Stellen, die einer Ver-besserung bedürfen, mußten mir bey so bewandtcn Umständen noth-wendig entwischen. Die, mit sammt der Nutzung meiner rohen Ein-fälle, überlasse ich Ihrem weiteren und gelassenem Nachdenken. Abernoch eine Frage an Sie, und denn schließe ich. Ist AesopuS vonOsten nach Westen, oder umgekehrt gewandert? Sie stutzen. Dennganz gewiß verstehen Sie meinen Sinn nicht. Ich will mich deutlicherausdrücken. Haben die Griechen ihren Aesopum von den Juden be-kommen, oder haben diese von jenen ihren Joseph entlehnet? Denn