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Briefe an Lessing. 177lZ.
eine unnütze Weitläufigkeit, welche das Buch nicht gründlicher, aberübermäßig groß mache. Worauf er mit dem letzten zielt, weiß ich nicht.
Leb recht wohl, mein liebster Bruder, und laß mich bald wissen,daß Du es wirklich thust.
Karl.
Braunschweig , d. 8. Dec. 1773.
Da erhalte ich, mein liebster Lcssing, unvcrhoft vom ChristianHeinrich Schmidt aus Gießen einen Brief, worinncn er mich um Ihrund anderer hiesigen Freunde Geburtsjahr, zur Etnrückung in denMusenalmanach sehr bittet. Wollen Sie ihm diese Bitte gewähren,so schicken Sie cS mir nur, mit der nächsten Post auf einem Zettel-chen zu; weil er cS gerne bald haben will- Der hiesige Herr von Dö-ring hat mir Hofnung gemacht, daß ich mit ihm noch vor Weihnach-ten nach Wolfcnbüttel reisen konnte, und da freue ich mich auf einGespräch mit Ihnen und Ihre neuen Entdeckungen, wornach ich or-dentlich durstig bin. Leben Sie herzlich wohl und vergnügt.
Schmid.
Braunschweig , d. 12. Dec. 1773.
Haben Sie die Recension JhreS zweyten Beytrages schon in denSchirnchischen lateinischen Zeitungen gelesen? Ist cS nicht, so kann ichIhnen das Blatt schicken. Das Freudchen an dem Stell«, ein une-dirtcS Werk hervorgezogen zu haben, ist uns beyden auf einmal ver-dorben. Mir ahndete, wie Sie wissen, »nrcr dem Abschreiben, dieseunwillkommne Nachricht einigemal, ob ich mich gleich nicht entsinne,in die Longolische Vorrathskammer ie hineingesehen zu haben. Immer-hin! kann man doch nun zwey Ausgaben mit einander vergleichen!Ich hoffe Sie bald zu sprechen, und darauf freue ich mich nicht we-nig. Brauchen Sie EschcnburgS Jtaliäner (ich weiß den Namennicht) etwa nicht mehr, so bittet er ihn sich gelegentlich wieder auS;und ich den MessiaS, weil mich jemand darum angesprochen hat. Le-ben Sie wohl und vergnügt.
Ihr
Schmid.
N- S- Ich danke Ihnen in meines Namensvetters Namcn fürdie gegebne Nachricht, und in meinem eignen, für Ihren allerlieb-sten kleinen Brief.