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Brief- an Lessiiig, 177i!. ZZ1
Vergnüge». Ich bitte Sie auf das inständigste darum, und binauf immer
Ihre
ganz ergebeneE. C- K.
Göttingen, d. 23. April 1776.
Ich habe mir in andern Fallen sagen lassen, daß es am bestensey, geradezu vor die rechte Schmiede zu gehen. Sie verzeihen mires also, werthester Herr Bibliothekar, wenn ich mit einer Anfrage zu-plumpe.
Wenn die Rciskischen Papiere bereits untergebracht sind, ss habeich kein Wort zu verlieren, als vielleicht so viel, daß ich einmal künf-tig eine Bitte um Mittheilung eines Stückes wage.
Wäre eS aber nicht so, und das Schicksal der Papiere sollte nochunentschieden seyn, und überhaupt, machte Ihre eigne Wolfcnbüttel-sche Bibliothek keinen Anspruch darauf: nun, so lassen Sie mich ein-mal nach Ihrer Bequemlichkeit erfahren, ob sich von hier aus ein Ge-bot darauf thun laßt.
Auf Ihrer Reise nach Italien habe ich Sie oft In meinen Ge-danken begleitet. Wie begierig wäre ich, nun einmal von der Leberweg, wie die Sachsen sich ausdrücken, mit Ihnen zu sprechen!
Mit inniger Hochachtung und Ergebenheit beharre ich :c.
Heyne.
Von Madame König.
Mein lieber Lcssing!
Ich danke Ihnen, daß ungeachtet der überhäuften Geschäfte, Siemir dennoch geschrieben haben. So bin ich auch für die Mittheilungdes Briefes verbunden, über dessen Inhalt ich mich gcfceuct habe,weil er die beste Gesinnung von Seiten des E*'* Pr* verräth.Verzeihen Sie, daß ich ihn nicht chcndcr zurück geschickt habe. Ichwar diese ganze Woche hindurch nicht im Stande, nur zwey Minute»auf einer Stelle zu sitzen, so bekam ich Schmerzen in der Seite, undes brach mir ein Angstschweiß aus, daß ich gleich aufspringen mußte.Das viele Sitzen, was ich bisher gethan habe, vielleicht auch ein bis-chen Erkältung, sind wohl Ursache daran. Heute ist mir etwas leid-licher, wiewohl ich nicht ganz frey davon bin.