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nothwendig ist, so will ich doch gleich den ersten Tag Ihren Briefbeantworten, damit ich mir nicht vorzuwerfen habe, wenn des Näch-stens ein MehrcrcS eben nicht so ganz nächstens erfolgen möchte. DasVornehmste, was ich Ihnen zu sagen habe, ist das, daß ich mich freue,wie nur die Auserwählten sich freuen können, daß ich endlich den be-stimmten Tag Ihrer Ucberkunft weiß, und mir noch halb und halbschmeicheln darf, daß er wohl gar näher herangerückt werden dürfte.Mein Lieber, wenn Sie eher kommen können, so thun Sie es ja;erstlich weil ich wünschte sie so bald zu sehen, als nur immer möglichist, dann fürchte ich immer eine Anmahnung von der Manheimer Re-gierung, gegen die ich mich nicht wohl erklären kann, und auch nichtwill, bis ich Sie gesprochen habe. Das Logie rathe ich Ihnen imKavsershof zu nehmen. ES ist zwar etwas Gefahr für mich dabey,weil die Wirthinn eine sehr hübsche Frau ist, aber um so genauerkann ich Sie auch beobachten. Zum voraus will ich mir ausbittcn,daß Sie alle Mittage mein Gast seyn wollen; der Wirth leidet nichtdabey, weil er auch mein Wirth ist.
Den Abend werde ich Sie leider Ihren übrigen Freunden über-lassen müssen, wo es mich denn manchmal verdriessen wird/ so ganzallen Umgang abgebrochen zu haben; nicht des Umgangs wegen, son-dern bloß weil ich für jetzt darum Ihre Gesellschaft werde entbehrenmüssen, Der Vetter wird sich freuen, wenn Sie ihm geschrieben ha-ben. Erst vor wenig Tagen schmählte er auf Sie, daß Sie ihm soviel Briefe nicht beantworteten. Er hat heute ein tödtlicheS Aergerniß.Die Schl... reiset nach Herrn von Bl... Guthe, 22 Meilen weit.Vermuthlich wird der arme Vetter seinen Abschied bekommen.
Für die Besorgung der Sache bey der Jüdinn danke ich. NochcinS: Wenn Sie KayscrShof wählen/ so schreiben Sie mir es in Zei-ten, und wie viel Zimmer Sie brauchen, weil Sie Eschcnburg mit-bringen. Ich will sie bestellen; denn manchmal ist es da sehr besetzt.
Ich hoffe Sie gesund zu umarmen, und bin auf immer
Jhr-
ganz ergebene
K-