Ich kenne Herr Eschcnburg nicht. So viel vortheilhaftcS mir abervon ihm gesagt wird, und so gut ihm die hiesige Damen sind, so binich ihm doch ein lbiSchcn böse, daß er die Ursache ist, daß Sie IhreReise aufgeschoben haben. Wenn er erst ein Frauenzimmer wäre, würdeich Zeder über ihn schreyen. Für das Logis will ich sorgen, sobald ichden Tag weiß. Daß Sie den nicht haben zum voraus bestimmen wollen,macht mich besorgt, die Reise könnte noch aufgeschoben werden. Ichwill es indeß nicht hoffen, sondern mir fest vorstellen, Sie Morgenüber acht Tage gesund zu umarmen. Wie ganz ausschweifend ich michauf diesen Augenblick freue/ kann ich nicht sagen.
Viele Empfehlungen von meinen Kindern. Ich werde vom Schrei-ben verhindert. Leben Sie wohl, bester Freund.
Ihre
ganz ergebeneE- C- K-
Berlin, den 2. August 1776.
Liebster Bruder,
Ich bin seit vierzehn Tagen sehr vergnügt; denn man erzählt mirvon Merkmalen, woraus zu sehen wäre, daß man Dich gern dort be-halten möchte. Aber, setzte man hinzu, Du würdest nie aus dem Braun-schweigischen gehe» dürfen; und dies verbittert mir ein wenig die Freude:denn ich träume noch zuweilen von der Möglichkeit, mit Dir an EinemOrte leben zu können.
Deine Kiste, die Du Herrn Gebler zur weitcrn Bestellung geschickthast, bleibt verloren. Die Kiste aber, die Du dem jüngern Voß ge-geben, ist in Hamburg angekommen, und so bald sie hier ist, wird ersie Dir sogleich schicken, und selbst schreiben.
Von unserer Mutter habe ich Nachricht, daß Du aufs neue wie-der an sie gedacht; und ich danke Dir von meiner Seite auch dafür.
Hast Du das Hamburgische Theater gelesen? Ich frage nicht ohneUrsache. Es ist eine von meinen Geburten darin, also ein GeisteS-kind Deines Bruders, dem Du einen Gefallen thust, wenn Du mitdem Knaben Absalon nicht säuberlich verfährst.
Das Trauerspiel, die Zwillinge, welchem der Preis vor dem Ju-lius von Tarent zuerkannt worden, hat oft eine sehr kräftige Sprache,noch öfter aber Affectation und Schwulst. Der eine Zwilling scheintmir mehr scheußlich, als schrecklich, und alle Charaktere so ziemlichnach dem Göthianischcn, nicht Gothischen, Leisten. Bei allem Guten