zum zwölfte» Bande.
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meine itzige Lebens Art intcnoirt habe, das habe ich erreicht, ich habemeine Gesundheit so ziemlich wiederhergestellt; ich habe ausgeruhet/und mir von dem wenigen, was ich ersparen können, eine trefflicheBibliothek angeschaft, die ich mir nicht umsonst angeschast haben will.Ob ich sonst noch einige hundert Thaler übrig behalten werde, weisich selbst noch nicht. Wenigstens werden sie mir, nebst dem wenigen,was ich aus meinem gewonnenen Processe erhalte, sehr wohl zu Stat-ten kommen, damit ich ein Paar Jahre mit desto mehr Gemächlichkeitstudieren kann. Indeß soll mich dieses nicht hindern, für meine Brü-der mein Aeußerstcs zu thun. Sie müßen aber auch nur selbst etwasfür sich thun. Besonders meine ich Gottloben. Daß er sich garnoch oben drein mit seinem übrigen Geschwister zu Hause nicht ver-trägt, ist ein Punkt, der meine Liebe gegen ihn gewaltig mindert.Liegt die Schuld an ihm, so würde er mir es nicht beßer machen.Doch ich denke noch immer das Beste von ihm, und würde mich die-ses nicht abschrecken laßen, ihn um mich zu wünschen, wenn cS dieübrigen Umstände erlaubten. Geschieht eS, daß ich eine gewiße Ab-sicht erreiche, und daß mein Schicksal nach meinem Wunsche entschie-den wird: so soll eS das erste seyn, daß ich Gottlovcn kommen laße.Bis dahin würde er mir zur Last seyn, ohne daß ihm gcholffen wäre.Er muß sich bis Ostern gedulden, und wie gesagt, alsdann wollenwir erst sehen, wie es mit mir selbst stehet.
Dem Herrn Vetter Felleu werde seine Forderung an den Herrnvon Schwenigen mit nächsten von Leipzig aus bezahlen laßen. HabenSie die Güttgkeit ihm dieses melden zu laßen. Auch Carlen will ichdes nächsten seine Zubuße überwachen. Man hat mir gesagt, daß erumgesattelt, und nunmehr Jura studieren will.
Meiner lieben Schwester danke ich für das überschickte Präsent.Ich will ihr gern ein anderes dagegen machen, aber sie muß mir schrei-ben, was sie haben will.
Ich wünsche meinen werthesten Acltcrn beständige Gesundheit, undwerde mich sreucn, auf das baldigste angenehme Nachrichten von ihnenzu erhalten. Der ich Zeitlebens verharre,
Dcrosclb-n
gehorsamster SohnGottbold.
Lcslings Witte Xli.
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