Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
Erster Theil.
Einleitung.
er Herr von N.°° ein verdienter Officier, und zugleich einMann von Geschmack und Gelehrsamkeit, ward in der Schlachtbey Zorndorf verwundet. Er ward nach Fr" gebracht, undseine Wundärzte empfohlen ihm nichts eifriger, als Ruhe undGeduld. Langeweile und ein gewisser militärischer Eckcl vorpolitischen Neuigkeiten, trieben ihn, bey den ungern verlassenenMusen eine angenehmere Beschäftigung zu suchen. Er schrieban einige von seinen Freunden in und ersuchte sie, ihmdie Lücke, welche der Krieg in seine Kenntniß der neuestenLitteratur gemacht, ausfüllen zu helfen. Da sie ihm unter kei-nem Vorwande diese Gefälligkeit abschlagen konnten, so trugensie es dem Herrn Fll , auf, sich der Ausführung vornehmlich zuunterziehen.
Wie mir, dem Herausgeber, die Briefe, welche daraus ent-standen, in die Hände gerathen, kann dem Publico zu wissenoder nicht zu wissen, sehr gleichgültig seyn. Ich theile sie ihmmit, weil ich glaube, daß sie manchem sowohl von dem schrei-benden, als lesenden Theile der sogenannten Gelehrten, nützlichseyn können.
Ihre Anzahl ist bereits beträchtlich, ob sie gleich ihren An-fang nur vor drey oder vier Monaten können gehabt haben.Sie werden auch hoffentlich bis zur Wiederherstellung des Herrnvon N."" fortgesetzt werden.
Ich habe völlige Gewalt sie drucken zu lassen, wie und wennich will. Der Verleger meinte, daß es am füglichsten wöchent-lich geschehen könnte; und ich lasse ihm seinen Willen. <v.
vessmgs Werke vi, 1