48 Briete, die ncucste Litteratur betreffend.
kommen. — Dergleichen Kleinigkeiten zu wissen, ist deswegengnt, um bey gewissen Lesern dem Vorwürfe der Neuerungvorzubauen. Fll.
Neunzehnter Brief.
Ich komme auf unsern Messias zurück. — Der Kunstrich-tcr tadelt an dem Dichter unter andern," „daß er zuweilen„seine Wortfügungen dcrmasscn verwirre, daß sich die Beziehung„der Begriffe auf einander verliere, und sie dunkel werden müß-„ten." Er führet folgendes Beyspiel an:Fcyert! Es flamm Anbetung der grosse, der Sabbat des Bundes,Aon den Sonnen zum Throne des Richters! Die Stund ist gekommen,und setzt hinzu: „Wer diese zwey Verse ungezwungen erkläret,„orit milii mnAnus Apollo, und wann er eine natürliche Con-„struction darum eindecken kann, pl^IIicla lolus tmlioto. —Mit dem Tadel selbst kann es hier und da seine Richtigkeithaben; aber das Beyspiel ist unglücklich gewählt. Lassen Siemich versuchen, ob ich die Phyllis verdienen kann. Die Con-struction ist diese: Aeyert! Der grosse Sabbat, der Sabbatdes Bundes flamme Anbetung von den Sonnen zum Thronedes Richters! Die Stunde ist gekommen! Und was ist dennhier unnatürliches? Etwa dieses, daß das Subject hinter seinemZeitworte steht, und das Zeitwort durch das vorgesetzte LLs zumimpcrsonali geworden zu seyn scheinet? Aber was ist in unsererSprache gewöhnlicher als dieses? Hat der Kunstrichtcr nie das alteLied gehört: iLs woll uns Gott genaoig seyn? Und hat HerrRlopstock nicht eben so wohl sagen können: Ls flamme An-betung der grosse Sabbat des Bundes? Die Constructionist also gerettet, und der Kunstrichtcr mache sich immer fertig,mich als scinen grossen Apollo zu verehren! Denn wem kannder Sinn nun noch zwcydeutig seyn? Eloa kömmt vom ThroneGottes herab, und ruft durch die Himmel daß itzt der Versöh-ner zum Tode geführct werde. Diese Stunde der Nacht, wiesie in der folgenden Zeile heißt, nennet Eloa den grossen Sab-bat des Bundes, und von diesem will er, daß er durch alleWelten Anbetung flamme, verbreite. — —
° Des ersten Bandes, zweytes Stück. S, 328.
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