Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
54
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54 Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

wenn seine Schrift das erstemal gedruckt worden, so würde ervielleicht nachgeschlagen, und diesen Irrthum nicht begangenhaben. Er würde gefunden haben, daß Ncrachi.« -Hanako«nbereits am Ende des dreizehnten, und zum Anfange des vier-zehnten Jahrhunderts gelebt, und also unmöglich das Werk einesSchriftstellers aus dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, der-gleichen der Rcineke Fuchs nach seinem eigenen Vorgeben ist,übersetzen können.

Ferner muß der Herr Professor gar nicht wissen, wie fastalle Vüchertitcl der Rabbincn beschaffen sind. Sonst würde ervon dem Titel aus das Buch mit solcher Zuversicht nicht ge-schlossen, noch ZNorhofcn sein entscheidendes Allein in den Taghinein, entgegen gesetzt haben. N?orhof hatte das Buch ohneZweifel gesehen! ""d hier, wo es gar nicht selten ist, kann esjeder zu sehen bekommen, und sich mit eigenen Augen überzeugen,daß es kein Reineke Fuchs ist. Es sind Acsopischc Fabeln,die gar keinen Zusammenhang unter sich haben, und die -Ha-nar'dan, wie er auf der letzten Seite selbst sagt, deswegenFabeln der Füchse gcncnnct hat, weil die Füchse unter denThieren, die ihre Rollen in der Fabel spielen, die allcrklüg-stcn wären.

Es sind aber mehr neue und dem Rabbi eigene Erfindun-gen darunter, als Sie vielleicht aus der Nachricht, welche dieBibliothek davon ertheilet, vermuthen dürften. Hier sind einigederselben mit welchen Sie in den Sammlungen der AcsopischcnFabeln nichts ähnliches finden werden. Von den Schwierig-keiten der Ucbcrsctzung, sind Sie bereits unterrichtet.

Die XIX. Fabel.Die zwey Hirsche und der Mensch.

Ein geheimnisvoller Thor wird oft für weise gehalten, und in denRath der Verständigen gesetzt. Zwey Hirsche standen am Ufer einesNacheS, und schienen stch einander (Lchcimnisse in die Ohren zu flistern.Ein Mensch ging auf der Hecrstrasse, und die Rcubcgicrde trieb ihnzu ihnen hin.Warum redet ihr so leise, Freunde? fragte er. Indieser Einsamkeit wird euch niemand belauschen." Wir ent-decken uns eben keine grossen Geheimnisse, war die Antwort. Diewichtigste Ursache warum wir hier bey einander stehen, ist die lange Weile.

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