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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
„Bärtchen aus ihrer Lippe hervor keimen, zum Merkmal, daß sie dir
„untreu ist. — So sagte Amor. —
„Nun, Chloe, wirst du dich wohl scheun. —„Ich würde den Verrath auf deiner Lippe sehen. —„Manch holdes Madchen schon seh ich mit Bärten gehen:„Sie müssen wohl nicht treu gewesen seyn.
Ach nicht doch! Sie müssen keinen Bart haben, die holden
Mädchen, sie mögen uns treu seyn oder nicht! ZU.
XVI. Ven 19. April. 4769^
Drey und dreyßkgster Brief.
Za wohl ist der Verfasser der Tändeleyen, wenn diese seinerster Acrsuch sind, ein Genie, das sehr viel verspricht! Aberauch darinn haben Sie Recht: Das Aued eines Mohren hätteihm nicht entwischen sollen. Es ist nicht allein das schlechtesteStück in seiner Sammlung; es ist an und vor sich selbst schlecht. —Lied eines Mohren! Und der Mohr ist fast nirgends als inder Überschrift zu finden. Acndern Sie das einzige schwarzeMädchen und die Lederrvölder, so kann es ein Kalmücke ebenso wohl singen, als ein Mohr.
Wie weit ist er hier unter seinem Muster geblieben! Dennwer sieht nicht so gleich, daß sein Mohrcnlicdchcn, eine Nach-ahmung des vortrcflichcn Liedes eines Lappländers, in den neuenGedichten des Verfassers des Frühlings, seyn sott? Zn diesemscheinet überall die Scene durch, wo cs gesungen wird, undüberall der, der cs singt.
--In den zerstörten Haaren
Hängt mir schon öis.
So will ich bald an Grönlands weissc» KüstenNach Zama schreyn.
Die lange Nacht kömmt schon :c.Und wie ungekünstelt, wie wahr ist alles, was der Lappländerspricht; dahingegen der Mohr mit unter ZVon-Senke plaudert. Z. (?.
Ich will an ihre Brust mich legen,
Das kleinste Röcheln spähn, und horchen, wie sie schlägt;