Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

II. Theil. Drey und dreyMsicr Brief.

7,'.

Vann soll mein Herz mit seinen starkem Schlägen

Den Aufruhr bändigen,

Der sich in ihrem Busen regt.Die starker» Schläge seines Herzens sollen Ven Aufruhr bän-digen, der sich in dem Busen seines Mädchens regt! Zwarvielleicht hat der Dichter mit diesem Zuge das verbrannte Gehirndes Mohren bemerken wollen. Und alsdcnn habe ich nichts dagegen.

Aber wieder auf das Lied des Lappländers zu kommen.Es giebt ein wirklich Lappländisches Lied, welches der -Herr vonRlcist bey dem scinigcn vor Augen gehabt zu haben scheinet.Sie können es bey dem Scheffcr in dem fünf und zwan-zigsten Hauptstückc seiner I^ppoma finden. Schade, daß ichdas Buch nicht gleich bey der Hand habe! Sie sollten mitVergnügen sehen, daß die Nachahmungen eines solchen Meisters,Verbesserungen sind.

Sie würden auch daraus lernen, daß unter jedem Himmels-striche Dichter gcbohrcn werden, und daß lebhafte Empfindungenkein Vorrecht gesitteter Völker sind. Es ist nicht lange, als ichin Rnbigs Ä.ittKnischem Vvörterbnche blätterte, und am Endeder vorläufigen Betrachtungen über diese Sprache, eine hierhergehörige Seltenheit antraf, die mich unendlich vergnügte. Ei-nige Littauische Dainos oder Liederchen, nehmlich, wie sie diegemeinen Mädchen daselbst singen. Welch ein naiver Witz!Welche reizende Einfalt! Sie haben in dem Litthauischcn Wör-tcrbuche nichts zu suchen: ich will Zhncn die zwey artigsten alsonach Rubigs Übersetzung, daraus abschreiben:Erste Daina.Abschied einer heyrarhenden Tochter.1.

Ich habe aufgesagt meinem Müttcrlein, schon vor der Helfte dcüSommcrleins.

2.

Such, Miitlcrlcin, dir ein Spinnerlein; ein Svinnerlein undWeberin.

3.

Ich habe gnug gesponnen das wcisse Flächslcin; gnug gewürket feine Leinwandlcin,