n. Theil. Sechs und dreißigster Brief. 77
3.
„Früh, im frühen Morgclein, ging ich nach Wasscrlcin, i»id da
„hat mein Kranzelcin das Rcbclein befallen.
4.
„Das ist nicht wahr, Töchterlcin, das stnd keine wahren Wörte-„lcin! Gewiß, du hast dein Knechtlcin über Feld begleitet.
6.
„Ja, das ist wahr, Müttcrlcin, das sind wahre Wörtelcin: Ich„hab mit meinem Kncchtclein ein Wörtlcin geredet.
Die häuffigcn Diminutiva , und die vielen Sclbstlautcr, mitden Buchstaben l, r und t untermengt, sagt Ruhig, machen dieSprache in diesen Liedern ungcmcin lieblich. Der frommeMann entschuldiget sich, daß er dergleichen Eitelkeiten anführe;bey mir hätte er sich entschuldigen mögen, daß cr ihrer nichtmehrere angeführt. Zll.
XVII. Den 26. April 1769.Sechs und dreyßigster Brief.
Bald werden wir einen von unsern besten alten Dichtern,wieder unter uns aufleben sehen. Zwey hiesige Gelehrte, arbeitenan einer neuen Ausgabe des L.ogau. — Es kann leicht seyn, daßich Ihnen hier einen ganz unbekannten Mann nenne. DieserZcitverwandtc, und Landsmann des grossen Gpiiz, ist, wie esscheinet, nie nach Verdienst geschätzt worden; und noch ein hal-bes Jahrhundert hin, so wäre es vielleicht ganz um ihn ge-schehen gewesen. Kaum, daß unsere neuen Kunstrichtcr undLehrer der Poesie seinen Namen noch anführen; weiter führensie auch nichts von ihm an. Wie viel vortrcflichc Beyspieleaber hätten sie nicht aus ihm entlehnen können! Und würden siees wohl unterlassen haben, wenn sie dergleichen bey ihm zu findengeglaubt hätten? Sie hatten ihn also nie gelesen; sie wußtennicht, was an ihm war; und es wird sie ohne Zweifel befrem-den, wenn sie nun bald einen von uuscru größten Dichternin ihm werden erkennen müssen.
Es ist nur zu bedauern, daß sich Ä.ogau bloß auf eine,und noch dazu gleich auf die kleinste Dichtungsart eingeschränkthatl Denn cr ist wenig mehr als Epigrammatist. Doch in