Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
90
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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

lind was im Feld und Walde wohnt.

Und fast kein tugendhafter Mann

Ist ohne Miljsucht, lahmen Fuß,

Und ohne Buckel oder Staar;

Ihn foltert Schwermut!), weil er lebt!

Dieß alles wirst du sehn uud mehr.

Allein du wirst auch die NaturVoll sanfter Schönheit sehn. Das Meer,Der Morgenröthe Spiegel, wirdMit rothem Lichte dich erfreun,Und rauschen dir Entzückung zu.Und kühle Wälder werden dichVerbergen, wenn die Sonne brennt,In Nacht. Der Birken hangend HaarWird dich beschatten. Oft wirst du,In blühnden Hecke» eines ThalsVoll Ruh cinhergehn, athmen Lust,Und sehen einen SchmetterlingAns jeder Blüth, in bunter Pracht,Und den Fasan im Klee, der dirDenselben Hals bald roth, bald braun,Bald grün, im Glanz der Sonne, zeigt.Auch Wiesen werden dich erfreun,Mit Regenbögen ausgeschmückt,Und in der Fluth ein LabyrinthVon Blumen, und manch bnntcr Kranz,Aus dessen Mitte Phöbus Bild,Voll Strahlen, blitzt, und über demIn holden Düften Zcphyr schwärmt.Die Lerche, die in Augen nicht,Doch immer in den Ohren ist,Singt aus den Wolken Freud herab,Dir in die Brust. Auch Tugend istNoch nicht verschwunden aus der Welt,Und Friedrich lebt, der sie belohnt,Und sie ist selbst ihr reicher Lohn.Mitleiden, Eroßmuth, Dankbarkeit,

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