II. Theil, ei» und vierzigster Brief.
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eingestreuet; und er versichert, es würde ihm angenehm seyn,wenn sie gefallen könnten.
Lassen Sie mich, Wunders halber, eine ganz flüchtig durch-gehen! Zch wähle den Traum dazu, der am Ende des Oktobersstehet. Prägen Sie sich es ja wohl ein, daß es ein Traumist! — Herr Dusch also entschlief und träumte. „Ein unum-„grcnztcs lachendes Thal, in einer kaum sichtbaren Ferne, mit„blauen Gebirgen und Wäldern umgeben, war der Schauplatz,woraus er sich auf einmal im Traum befand. — Bemerken Siedoch sogleich dieses unnmgrenzte Thal, in einer kaum sichtbarenFerne mit Bergen umgrenzt. — Hier also ist er; und wennwird er aus diesem unumgrcnzten Thalc wieder herauskommen?Lassen Sie sich die Zeit nicht lang werden. Sieben Zeilenweiter „verfolgt er bereits durch eine Kette von Hügeln den„Fußsteig, der ihn endlich an die schönste Ebene bringt. —Willkommen! Aber was machte der Träumer erst in dem un»umgrenzten Thale ? Warum befand er sich nicht gleich in dieserEbene? Hätte er den sauern Weg durch eine Kette von Hügelnnicht sich und dem Leser ersparen können? — Und was entdeckter in der Ebene? Er entdeckt in der Ferne „ein majestätisches„Gebäude, das in Erstaunen und Ehrfurcht setzte. Der Mond„erhellte einige Seiten und Mauern die sich mir im hellen„Lichte entgegen kehrten, andere verbargen sich in tiefen Finster-nissen. Unermeßliche Schatten fielen auf die unumgrenztc„Fläche, und mahlten mit schwarzen Finsternissen die Gestalt„des Tempels in erstaunlicher Grösse auf das Feld. Mein„Blick Übermaß die Länge der Schatten nicht, die auf der„Fläche lagen, und die Zinnen des Gebäudes schienen an die„Wolken zu ragen. Das ganze Gebäude ruhte auf corinthischen„Säulen. Alle Theile desselben waren in der vollkommensten„Symmetrie zusammen gefügt; und ihre Verbindung war so ge-„nau und richtig, daß kein Auge entdecken konnte, wo der eine„Theil aufhörte, oder der andere ansing. Kein nöthiges Glied„wurde hier vermißt, und keine Zicrrath war übcrflüßig. Eine„bewundernswürdige Einfalt herrschte in dem Ganzen, und die„Majestät des kühnen und regelmäßigen Gebäudes setzte in Er-„stauncn. — Das nenn ich eine Beschreibung! Zch führe sie