Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
100
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100 Briefe, die ncuefie Litteratur betreffend.

zubringen ist, machen muß! An einem Orte seines Sep-tembers sagt er:Uebung entwickelt die verborgnen Kräfteder Seele, wie die Arbeit die Kräfte des Körpers. Durchsie gestärkt mißt einer die Erde, verfolgt den Planeten auf sci-ncr Bahn, und mißt die Weite von einer Sonne zur an-dcrn :c."* Wer heißt es nun dem Herrn Dusch, auf dieRechnung der Astronomen in einem so pathetischen Tone so greu-lich zu lügen? Und glaubt er denn, daß sie ihm diese Prahlercydanken werden? Nichts macht eine Wissenschaft bey dem Pöbellächerlicher, als wenn ein Stümper Dinge von ihr rühmt, diesie nie zu leisten unternommen hat, und auf keine Weise leistenkann. Ich weiß zwar, daß Hugenius, und noch in unsern Zei-ten 2öra0lc>", wahrscheinliche ohngcfchre Berechnungen von demAbstände der Fixsterne von unserer Erde, und folglich zugleich vonder Soune, gegeben haben. Aber heißt denn das, die Weite voneiner Sonne zur andern, das ist, von einem Fixsterne zu demanOcrn messen? Kann es unterdessen Herr Dusch; ey, so sageer uns doch, wie weit ist es vom Alcor bis zum Rabelesit?Oder um ihm, wenn er denkt, die Aufgabe zu erleichtern; wieweit ist es von einer der Plcjaden zu der andern? Denn beynahe muß ich auf den Verdacht kommen, daß er hier nur diescheinbare Weite eines Firsterns von dem andern meint, unddiese nicht besser zu messen verlangt, als der gemeine Mannden Schweif des Comctcn mißt; nach Spannen. Meint eraber nur die Messung dieser scheinbaren Weite, so möchte ichwissen, was sür eine Stärke des Geistes dazu gehöre?Die Fortsetzung künftig.

XXII. Den 31. May. 1769.

Fortsetzung des ein und vierzigsten Briefes.

Man hatte in der Bibliothek dem Herrn Dusch unter an-dern auch gerathen, seine Gemählde öftrer mit Fictioncn zuunterbrechen. Und sehen Sie; auch diesen Rath hat der gut-herzige Scribent angenommen! Er hat mehrere, er hat grössere

Scitc 0i.