ll. Theil. Ein und vierzigster Brief.
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beyde schickt, vermuthlich unterdessen — geschlafen. „Wer sind„diese, die hier anbcthcn? — „Jene blühende Gestalt, sagt„der Genius, ist die Vernunft, die von der Erfahrung zur„Rechten geführt wird. Ein Genius hält ihr beständig das„Buch der Natur vor, und beyde führen sie zu dem Altare,„wo- die natürliche Religion dem Vater der Wesen opfert.„Kaum hatte er auSgcrcdct, als ein Lobgcsang von tausend„verschiedenen Stimmen erklang. — Und siehe, dieser Lobgc-sang ist nach dem Englischen des Thomson. Denn sie wissenwohl, daß wir im Traume nicht neues erfinden, sondern unsnur mit oft ungeheuern Zusammensetzungen und Trennungenalter Zdccn behelfen. Herr Dusch ist folglich aus Gründender Psychologie zu entschuldigen, daß er keine neue Hymne sin-gen läßt. —
Nachdem der Lobgcsang zu Ende ist, erfolget eine Stille,und über diese Stille erwacht der Träumer! Sehr wohl! Einähnliches Erwachen haben wir an des Schmids Hunde in derFabel, der unter dem Getöse dcr Hämmer sehr ruhig schlief, undnicht eher erwachte, als bis die Hämmer ruhten, und ihn dieerfolgte Stille zum Essen rief. Der Beschluß künftig.
XXIV. Den 14 Jnnius. 1759.Beschluß des Listen Briefes.
Und nun sagen Sie mir, kann man sich eine elendere Fic-tion gedenken, als diesen Traum des Herrn Dusch? Abervielleicht argwohnen Sie, daß er nur in meinem Auszüge soelend geworden sey. — Wie könnten Sie zwar das argwchnen,und welchen Bcwcgungsgrund könnte ich haben, Ihnen etwaselender einzubilden, als es in dcr That ist?
Dem ohngcachtct, schcn Sic hicr noch cinc andere Erdichtungdieses Dichters! Ich will mich die Mühe nicht kauern lassen,sie Zhncn in ihrem ganzen Umfange abzuschreiben. Und wenndicsc nicht eben so clcnd ist, als dcr Traum, so will ich esZhncn erlauben, mich dort für einen Verfälscher zu halten.
Herr Dusch will uns in seinem September ^ die Lehre,daß wir das oft nützlich befinden, rvas rvir anfänglich schäd-lich nannten, durch ein Beyspiel einprägen. Lesen Sie!
° Seile 9Z.