Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
149
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III. Theil. Zwey und fmifzigsicr Brief. 149

Rom dem Pabste zu den Füssen zu werfen. Daran hübe ihn dieBosheit seiner eigenen Leute verhindert, die ihn untcrwcgens beraubt,so daß er sich nach Venedig begeben inüsscn, wo man ihn bald vordenjenigen erkannt, der er wirklich sey. Das war nuu geschwinde ge-sagt, aber es fehlte der Beweis, den man aber doch »ach der Strenge von ihm nicht federn konnte. Er sagte »lit grosser Freymülhigkcit, daßer zu dem Rathe zu Venedig sich des Besten versehe, der sich wohl er-innern würde, was er vor Briefe bey dem letzten Türkenkriege an siegeschrieben, und wie geneigt er sich wegen der Hülse gegen sieerboten habe. Wer ihn, den Konig je gesehen habe, müßte ihnkennen. Zu dessen Bestärkung ward befunden, daß er, gleich demKönige, in dem Gesichte sowohl, als an seinem ganzen Leibe ander linken Seite etwas kürzer war, als an der rechten; an seinerrechten Augenbraunc war eine Narbe zu sehen von einer Wnndc,wie bey König Sebastian, der solche in seiner Kindheit bekommenhatte; eine große Warze an der Fußzehe und andere Mahle, die manbey dem Könige wahrgenommen hatte, fanden sich bey diesem Se-bastian auch. Er ward drey ganzer Jahre lang ln der Haft behalten,und immittelst bewegten die gcflüchtetcn portugiscn Himmel undErde, daß ihr König ihnen möchte frey gegeben werden. SelbstKönig Heinrich IV. in Frankreich , ließ durch seinen Gesandten,den Herrn du Fresne, den Rath zu Venedig bitten, sie möchtenin der Sache sprechen, und die portugiscn nicht im Irrthume las-scn. Das Erkenntniß bestund nun darinn, daß dieser Mann binnenacht Tagen das venetianische Gebiete räumen sollte, bey ewiger Ga-leerenstrafe. Nun überlegten die portugiscn fleißig, was vor einenWeg ihr König erwählen sollte, um sicher in sein Königreich zu ge-gangen, ob er durch Graupündten und die Schweiz , oder durchdaS Florentinische seinen Weg nehmen sollte. Zu seinem grosse»Unglücke erwählte er den letzter». Er hatte kaum als ein Domini-caner Münch das Florentinische Gebiete betreten, als er daselbsterwischt, und von dem Großherzoge Ferdinand dem I. an die Spa-nier nach Neapel ausgeliefert wurde. Da gingen die Untcrsuchuu-gcn von neuem an, zu grosser Verwunderung derer, die ihn desBetruges überführen wollten. Als ihn der spanische Unlcrkönig,Don Ferdinand Ruiz von Castro, Graf von Lemos, vor sichkommen ließ, trat er ihm mit grosser Zuversicht unter die Augen,