Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
164
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'164 Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

Das Besonderste was ich sonst bey der Frau von Saintongefinde, sind verschiedene Anekdoten, die Nachkommen des DonAntonio betreffend. Vornehmlich erzchlt sie ein Licbcsabcnthcur,welches Don K.uoewig, des Antonio Enkel, in Italien gehabt,sehr weillänftig. Die Damc aber, mit welcher er es gehabt,weil er sie endlich gcheyrathct, kann keine andere seyn, als die^rinzcßin von Montcleone, mit der er sich, zu Folge derllistoirv 6«Z«v!>Ic>Ai,niv ilv la ZUuiton üo^alo llo I^raneo, verbun-den hat; wobey es mich aber wundert, daß sie die Frau vonSaintonge schlechtweg mio vamo Italiennc- nennet, und vonihrem Stande sehr kleine Begriffe erwecket. Damals muß sichDon /!.uocu?ig auch dem spanischen Gehorsame noch nicht un-terworfen gehabt haben; denn der Wicckönig von Neapel warsehr erfreut, seiner habhaft zu werden. Er muß seine An-sprüche erst spät, mit seinem Vater dem Don Emannel, auf-gegeben haben, von welchem letzter» die Frau von Saintongeauch meldet, daß er ein Eapucincr gewesen, ehe er diesen schimpf-lichen Schritt gethan habe. G.

Vierter Theil.

III. Ten 18. Lctobcr. 1759.

Drei) lind sechzigster Brief.

Freuen Sie sich mit mir! Herr !Vicland hat die acthcri-schen Sphären verlassen, und wandelt wieder unter den Men-schenkindern.

Hier haben sie vors erste sein Trauerspiel, K.ad)-- JohannaGra>'! Ein Trauerspiel, das er in allem Ernste für die Bühnegemacht hat, und das auch wirklich bereits aufgeführet worden;in der Schweiß nemlich, und wie man sagt, mit grossem Bcy-falle. Ihnen einen Begriff überhaupt davon zu machen, daswerde ich nicht besser als mit einer Stelle aus des Dichterseigener Vorrede thun können.Die Tragödie, sagt er, ist demedlen Endzweck gewidmet, das Erosse, Schöne und Heroische der Tu-gcnd ans die rührendste Art vorzustellen, sie in Handlungen nachdem Leben zu mahlen, und den Menschen Bewunderung und Liebe