Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
163
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III. Theil. Trey mid funfjigsier Brief. 1K3

Antonio glaubte sich mmmchr von -Heinrich dem vierten einennachdrücklichen Beystand versprechen zu dürfen. Heinrich wardamals zu Dicppe, und Zvon Antonio kam zu ihm herüber.Allein der König dünkte sich selbst auf seinem Throne noch nichtbefestiget genug, daß er sich mit fremden Händeln abgeben könnte.Don Antonio kehrte also zwar unvcrrichtctcr Sache, aber dochmit vielen Versprechungen auf eine bequemere Zukunft, wiedernach England, wo er bis ins Jahr 1694 blieb, da ihm Hein-rich IV durch seinen Gesandten, den Herrn Zdcauvais la Nocleversichern lies, daß er, wenn er nach Frankreich kommen wollte,nunmehr sehr willkommen seyn werde. Er ging also nach Ca-lais über, und von da zu dem Könige nach Chartrcs. Hein-rich bezeigte sich ungcmcin willig, ihm zu dienen; lies ihm auchdurch den Marschall de tNarignon sagen, daß wenn er beyseiner (Heinrichs) Krönung mit gegenwärtig seyn wollte, manihm nicht allein den Vortritt dabey lassen, sondern ihn auchmit allem, was er zu dieser Ecrcmonie brauchen würde, ver-sehen wollte. Zvon Antonio ließ sich aber mit seinem kurzenAthem entschuldigen, der ihm keinen Augenblick Ruhe gönne,und ging nach Paris , wohin ihm auch der König bald drauffolgte. Hier lag Antonio den König sehr an, ihm mit einerSumme von 2Kl)W Thalern bcyzuspringen; weil aber Heinrichsein baarcs Geld gegenwärtig selbst brauchte, so erlaubte er ihm,auf seinen Namen Geld zu borgen, und versprach es das fol-gende Zahr wieder zu geben. Llermonr d'Ämboise war be-reits ernennt, die Truppen zu commandircn, die der König demAntonio geben wolle. Doch das Schicksal hatte es anders be-schlossen, und der unglückliche Antonio starb. Alles dieses cr-zchlct die Frau von Saintonge, und es kann zu einer gutenErgänzung des Herrn Gebaucrs dienen, bey dem sich, wiegesagt, auch nicht die geringste Spur findet, daß sich Anto-nio in England aufgehalten habe. Was meinen Sie aber,ob es wohl Heinrichen IV jemals ein wahrer Ernst gewesen ist,dem Antonio zu helfen, oder ob auch. Er eitel gcnung war, ihnblos deswegen aus England kommen zu lassen, nm seine Krö-nung durch die Gegenwart einer solchen Person glänzenderzu machen?

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