Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
179
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IV. Theil. Fünf lind sechzigster Brief. 179

sie ohne Critik beynahe unbrauchbar sind, wegen der gar zu viele»Fehler, welche doch theils durch die ausnehmende Zuversicht, womitHerr G. seine Meynungen vortragt, theils durch den ihm gcwohnli-chcn Tnnst von Worten, theils durch das Eeprängc einer citcln undmagcrn Philosophie, vor im wissenden und lrcuhcrz'gcn Lesern ziem-lich versteckt werden. Ein Gelehrter wird nirgends etwas sinecn,das die gewöhnliche Erkännlniß der dcntschcn Sprache überstiege, undworaus ein grammalikaüschcr Geist, oder ein Naturell, das zurPhilologie gcl'ohrcn, oder erzogen wäre, hervorleuchtete. An dessenstatt offenbaret fiel, durch das ganze Werk eine enthusiastische Liebeund eigensinnige Parteylichkeit des V. für die deutsche Sprache, odervielmehr für seine Meynungen und Vcrurthcilc von derselben, nebsteinem allzugrossen Vertrauen auf seine Einsicht, welche oft in nnbc-dächligc Urlheile und schnöde Verachtung gegen angesehene Schrift-stcllcr, oder gar gegen unschuldige Stätte und Provinzen auSbrcchcn.Wenn andere Spracklehrcr mit ihm cuicrlcy Frage abhandeln, sowiegt er immer am leichtesten: und der Mangel des ScharfstnncS,der Ilcberlegung, und einer genügsamen Uebung in diesem Felde, istallen seinen Urtheilen anzusehen. Die grosse Erammatik hat vor derandern sonst nichts voraus, als die Weitläufigkeit, mit welcher dieSachen nicht gründlicher, vollständiger, gelehrter, sondern gedehnter,langweiliger, und in einem gewissen schlechten Verstände, philosophi-scher gesagt sind. Zur Probe kann das Capitel von Nebcnwörlcrndienen; aber auch jedes andere Stück. Sie macht durchgängig vielAufhebens von Kleinigkeiten, und lhut, als ob vor ihr nicht nurkeine Teutsche, sondern überall noch keine Sprachlehre geschriebenwäre; und als ob sie alle grainmatikalische Begriffe und Einthcilun-gen zuerst ane dem liessen Brnnnen, worinn die Wahrheit verborgenliegt, hcrauShchlctc, welches in der That weder Gelehrsamkeit nochBescheidenheit beweiset. Freylich bättc man denken sollen, daß Hr.E. viel weiter sehen würde, als alle seine Vorgänger: da er sichnicht weniger als vier und zwanzig Jahr zur Ausarbeitung seinerGraminalik genommen, wie das Privilegium und die Vorrede bezcn-gen. Aber der Leser wird angemerkt haben, daß ich unsern V. oftaus Bödickcrn und Frischen verbessern können: hingegen zur Ver-besserung dieser Männer aus Gorrscheden wüßte ich auch nichteine Stelle anzugeben. Ist das aber recht, seiner Vorgänger Vcr-

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