V, Theil. Ein und achtzigster Brief.
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noo gratis torr-v nulla vkt, <ZU!>M inaratilz terriv, cill sauberesPröbchcn einer ganz vortreflichcn Latinität sind.
Und warum prahle» Sie mit der Richtigkeit ihres Textes?Er ist höchst fehlerhaft, und ohne eine bessere Ausgabe nichtwohl zu brauchen. So stehet ii^ufta für injusla, hx-r-mtia fürsstirantia Ae. — Doch das sind alles Kleinigkeiten! Sie habenuns wieder ein dickes Buch geliefert; und dafür müssen wirIhnen freylich verbunden seyn. —
Gnug mit dem Herrn Dusch gesprochen! Was unsere galan-ten Briefsteller die cnurwillo nennen, das ist nunmehr wiederan Sie gerichtet. Zch bin ?c. A.
VI. Tcn 7. Februar. 1760.Ein und achtzigster Brief.
Der Verfasser der scherzhaften wieder, deren größter TheilIhnen wegen seiner naiven Wendungen und feinen Sprache,so viel Vergnügen gemacht hat, und von welchen bereits einezweyte verbesserte Auflage erschienen ist, hat sich aufs neue ineiner andern, und höheren Sphäre gezeigt. Zn der tragi-schen. (°) Und mit Ehren.
„Was? — wird ohne Zweifel auch hier der kritische Freunddes Herrn Dusch ausfahren — „Was? ein Witzling, der den„Geist der anakrcontischcn Gedichte besitzet, sollte auch den Geist„der Tragödie besitzen? Der eine erschüttert das Herz; Schrecken„und Thränen stehen ihm zu Gebothe; der andere erregt ein„kurzes Vergnügen über einen unerwarteten Einfall; und wenn„er uns ermuntert hat, und wenn wir lachen, so hat er alle„Ehre, die er hoffen kann. — Man sollte glauben, fährt diesertiefsinnige Kunstrichtcr fort, „daß diese beyden sehr verschiede-nen Eigenschaften sich nicht wohl mit einander vertragen könn-ten. Zch wenigstens (") —
Za, Er wenigstens! — Er, der Freund des Herrn Dusch.' —Er wird es solchergestalt gleich a prior! wissen, daß die Trauer-spiele unsers scherzhaften Liederdichters nichts taugen. — WollenSie eS bey dieser philosophischen Nativitätstcllung bewenden las-
(°) Beytrag zum deutsche» Tlmitcr, Leipzig bey Dyk 1750.(°°) S. Duschs vermischte Schriften. S. 40.
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