Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
248
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Briefe, die ncucslc Litteratur betreffend.

ein gehorsames Kind, ci» weiser lind nnschuldigcr Mann, ein,,grosscr Lehrer, Wundcrthätcr und Menschcnftcnnd war, alscs seine Gottheit und Erlösung fassen kann." Wie viel frü-her? Weniger als ein Zahr? So muß die Erkenntniß desKindes mehr als menschlich zunehmen; oder der Ucbcrgang vondem einen Satze zu dem andern muß sehr gering und leichtscl,n. Ich Abscheu der Melk ! Zch setze nur ein Zahr, wo ichvier bis fünf Jahre hätte setzen können.

Antwort auf die zweyte Frage: Ja, allerdings läßt es derAufseher den Nestor IrousiSe seinem kleinen Arthur sagen,daß die vortrefflichen Eigenschaften des Heilandes eine Belohnungseiner tugendhaften Kindheit gewesen wären. Nestor, sagt er,habe ihm crzchlt, wie unschuldig, wie lehrbcgicrig, wie fromm,wie gehorsam das Kind Ehristns gewesen sey.Und darum,läßt er ihn fortfahren, darum hätte er auch täglich an Weis-heit und Gnade vor Gott und Menschen zugenommen; erwäre die Freude, das Wohlgefallen und die Bewunderung al-lcr seiner Freunde und Bekannten geworden, nnd Gott hätteihn endlich, nachdem er seine unschuldige Jugend in der Stilleund Zufriedenheit mit der Armuth und dem Mangel seinerAeltcrn zurück gelegt hatte, in seinem drcyßigsien Zahre miteiner so grossen Weisheit ausgerüstet :c." Das ist eine zu-sammengesetzte norivcllis canjocutiv.1, lind das Darum, womitdie Periode anfängt, muß auf alle Glieder derselben gezogenwerden. Wenn ich also lese: Darum, roeil er ein so unschul-diges, lehrreiches, frommes, gehorsames Rind war, rüsteteihn Gott in seinem dreißigsten Jahre mit so grosser IVcis-hcit aus :c: so habe ich hoffentlich nicht falsch construirt. Undwofür hatte der junge Arthur die Wundcrgabe», womit Ehri-stns in seinem drcl)ßigstcn Zahre ausgerüstet ward, auch andersbaltcn können, als für Belohnungen und Folgen seiner tugend-haften Kindheit ? Er wußte ja sonst nichts anders von Ebristo!

G.