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6 (1839)
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Leben des Sophokles .

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seyn mußte, war getheilt; die eine Hclfte zeigte ein glattes, hei-teres Gesicht, die andere ein finsteres, gerunzeltes Gesicht; warder Vater itzt linde, so wies der Schauspieler den Zuschauerndie heitere Hclfte, und mußte er auf einmal streng und zornigwerden, so wußte der Schauspieler eine so ungezwungene Wen-dung zu machen, daß der Zuschauer die finstere Hclfte zu sehenbekam. Wie es mit der Maske dieses ValcrS war, so war esunfehlbar mit den Masken aller Personen, die in der Geschwin-digkeit vor den Augen der Zuschauer, ein verändertes Gesichtzeigen mußten, und also nicht Gelegenheit hatten, hinter derScene ihre ganze Maske zu verwechseln. Nun nehme man an,daß auch Tt?KM)-rls in diesem Falle war, und die Worte desPollur sind erklärt. Ztzt war Tham^ns noch sehend, und derSchauspieler zeigte diejenige Hclfte scincr Maske, die das schwarzeAuge hatte. Nun sollte er auf einmal blind werden, und derSchauspieler wandte sich so geschickt, daß plötzlich die Zuschauerdie andere Helstc, welche das glauche Auge ()/)v«i.>xov <?cp^«^,^«)hatte, erblickten. Denn ^«-i^xov oq?^«^«, ist hier nichts andersals ein Auge, daß mit einem 1^«vxui^« behaftet scheinet; undGlaukom«, wie bekannt, ist diejenige Krankheit des Auges,welche unsere Augenärzte den blauen oder grünen Sraar nen-nen. Das merklichste und augenscheinlichste Zeichen der Blind-heit, welches die Skcvopöic nur immer wählen konnte! Ichkomme auf dcn Sophokles zurück. Zn dem Thany-ris alsolies er sich auf der Cithcr hören; und der ungenannte Biograph

fetzt hinzu: o^LV x«t ?rolxcX,H ?o<x, ^e^cx «u-

7-ov 7^9«qi^«t q?«o-l;daher sey er, wie man sagt, in derSloa Poecile mit der Cithcr gemahlt worden." Was dieseStoa für ein Gebäude gewesen, wie sie vorher gehcisscn, wosie gestanden«», das ist gnugsam bekannt. Sie hatte ihren

(a») tttcnage /l/nA'enis /^ae^/ii ^>'i. Se^m. ö.) merkt

aus dem Lucian an, daß diese Sloa auf dem Marktplätze gelegen. Zch be-diene mich dieser Bemerkung, die Verse des Melanthius bcvm pliitarch(im Leben Timons S. 481.) daraus zu erläutern, wo gesagt wird, daßpolygnorus unentgeltlich

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ausgeschmückt habe. Wie man einen Marktplatz mit Gemälden ausschmückenLessmgs Werke VI. 22