Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
350
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3'-0 Sophokles.

bcn. Das glaube ich nicht. Zweitens, waren es die Verse des Eu.ripides, welche den Alhenicnsern so gute Dienste leisteten, und nichtdcS Sophokles Trauerspiele.

(0.)

Tarin kommen die Zeugnisse der Alten alle übercin, daß So-phokles von den Atheniensern zum Feldherrn sey ernennet worden.Aber wenn dieses geschehen sey, n»d in welchem Rriege, wider wendieser Krieg geführt sey, darin gehen sie sehr von einander ab.

Der nugcnaiiiite Biograph sagt:Die Athcnienscr erwählten ihnin seinem sünf und sechzigsten Jahre zum Feldherrn, sieben Jahr vordem pcloponncsischen Kriege, in dem Fcldznge wider An<ia".

(5in andrer Ungenannter, von welchem wir eine Beschreibung derOlympiaden haben, sagt in derselben, unter dem dritten Jahre dersünf nnd achtzigsten Olympiade, fast mit den nämlichen Worten:In dieses Jahr fällt der Krieg der Athenicnser wider Anäa, in wel-chem der Tragodicnschrcibcr Sophokles zum Feldherrn erwählt ward".

Run nahm der peloponncsischc Krieg in dem zweiten Jahre der sie-ben und achtzigsten Olympiade seinen Anfang; und das siebente Jahrvor diesem Kriege wäre das gedachte dritte der fünf und achtzigstenOlympiade. Dieses Datum also konnte, wegen des doppelten Zeug-nisses, kaum in Zweifel gezogen werden. Allein, wenn eS damit seineNichtigkeit hat, so ist doch das nicht der Fall, daß Sophokles da-mals bereits fünf und sechszig Jahr alt gewesen sei. Denn da dernngcnanntc Biograph das zweite Jahr der ein und siebenzigsten Olym-piade zu seinem Geburtsjahr annimmt; so ist bis auf das siebenteJahr vor dem pclopcniiesischen Kriege nur eine Zeit von einigen fünf-zig Jahren verflossen. Vielleicht hat der Ungenannte auch wirklich an-statt ^xm-^a schreiben wollen; welches soziemlich eintreffen würde.

Doch auch mit diesem siebenten Jahre vor dem peloponnesischenKriege, glaubt Petit°, müsse es seine Richtigkeit nicht haben, wennman anders dem plurarch glauben dürfe. Dieser sagt nämlich indem Leben des perikles, wenn er von den scharfsinnigen Reden die-ses Mannes redet, unter andern:Sin andermal ließ er sich gc-gen den Sophokles, als er mit demselben zu einer gewissen Untcr-

° ^Vi/ce//-««?»,-. I.ib, III. c. 18.