Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
353
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Leben des Sophokles. 3Z3

dem zweiten Buche des Disdorus Sikulus sieht. Der Feldzug desperikles wider die Lacedämonier geschah schon eine geraume Zeit frü-her, als der wider die Samier.

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Die Zahl aller seiner Stucke wird sehr groß angegeben.)Suidas sagt, er habe hundert und drei und zwanzig Stücke spie-len lassen; nach einigen aber noch weit mehrere: -s«;«^ s- Sh<--/i.«r«tzxz,'. 6- -eo^v Der Ungenannte sagt, dem

Grammatiker Aristophanes zufolge, daß sich ihre Anzahl auf hun-dert und dreißig belaufen habe.

Von den andern ist wenig mehr übrig, als der Titel.)Diese sind:

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Sophokles hat zwei verschicdne Tragödien dieses Namens ge-schrieben. Vielleicht war der Inhalt der einen die klägliche Rasereides Athamas, welche Ovid im vierten Buche seiner Verwandlun-gen beschreibt. Juno ließ ihn, vornehmlich aus Haß gegen seineGemahlin, die Ins, rasend machen. In dieser Raserei glaubte erauf der Jagd zu seyn, und eine Löwin mit zwei Jungen zu verfolgen:Dthiio korae se^uitur völlig!» coujuAi8 amous,Vec^ue kinu rnskris rlckentem el psrva I^earoliuinLraelüa tenuentem rapit, et liis tei^uo por anrasüloro rotat kullllae, iigil1o«ziie illlantla taxaOileuM okla kerox.Mit dem andern Sohne, Melicertes, floh die gleichfalls rasendeIns davon, und stürzte sich mit ihm von einem Felsen ins Meer. Die Alten stellten den Groll der Götter gegen große Personen undFamilien auf ihren Bühnen gern vor. Und was kann in der Thatschrecklicher seyn, als der unversöhnliche Haß eines allmachtigen Wesens?

Von dem Inhalte des zweiten Trauerspiels dieses Namens wissenwir etwas mehr. Aus einer Stelle des Aristophanischen Scholia-sten, in den Wolken, erhellt nämlich, daß es die Opferung desphrtxus betroffen habe. Die Tragödie hat können vortrefflich seyn;denn die Geschichte ist ungemein, und sehr werth, von einem neuenDichter behandelt zu werden. Sie ist diese: Vor der I»o hatteAthamas die Nephele zur Gemahlin gehabt, mit welcher er denLessings Werke vi. 23