Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
354
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354 Sophokles.

phrirus und die Helle gezeugt hatte. Die rachgierige Juno gabder Ins in den Sinn, diese Kinder aus dem Wege zu räumen. ESwar eben eine große Theurnng, und das delphische Orakel hatte manum Rath gefragt. Ins bestach den Gesandten, welcher den AuS-sprucl, des Orakels holen mußte; und dieser gab vor, das Orakel habebesohle», den phrirus zu opfern. Der Vater, wie natürlich, willdurchaus nicht darein willige». Das Volk driugt darauf. Der Prinzselbst verlangt, daß der Wille des Orakels an ihm vollzogen werde.Die Großmuth des phrirus rührt den Abgesandten. Er entdecktden Betrug. Athamas ergrimmt; liefert dem phrixus die Insin die Hände, um sich nach eignem Gulbcfindcn an ihr zu rächen.Der edle phrirus verzeiht ihr. Ich erzähle die Geschichte nichtvöllig so wie sie sich zugetragen haben soll, und wie sie Apollodorund Hvgin erzählen; sonder» so, wie ich sie zu brauchen gedächte.

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Erechthcus war der sechste König von Athen . Man findet keineSpur, was der Inhalt dieses Stücks gewesen sey. Aber ich findeeinen Fug in seiner Geschichte, der nngcmci» tragisch ist, und der sichwohl brauchen ließe. Er ward mit den Eleusiniern in Krieg ver-wickelt. Er fragte das Orakel, wie er sich des Sieges vergewissernsolle. Das Orakel befahl ihm, eine von seinen Töchtern zu opfern.Er ersah die jüngste dazu. Aber die übrigen alle wollten dieser grau-samen Ehre eben so wohl thcilhafl werden. Welch ein Streit unterdiesen fromme» Schwärmerinnen! Die jüngste ward geopfert; unddie übrigen brachten sich zugleich mit ums Leben. O! des verwaisc-tcn Vaters!

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Auch unter diesem Namen hat Sophokles zwei Tranerspiele ver-fertigt. Das eine hieß: G^-^s <? ^-.x-uun, d. i. Thuest in Si-cvon, und kann von dem sonderbarsten schrecklichen Inhalte gewesenseyn. Nach der abscheulichen Mahlzeit, die ihm sein Bruder bereitete,floh er nach Sicyon. Und hier war eS, wo er, auf Befragung desOrakels, wie er sich an seinem Bruder rächen solle, die Antwort be-kam, er solle seine eigne Tochter entehren. Er überfiel diese auchuubckanntcr Weise; und aus diesem Bcischlafe ward Aegisth, der denAtreus hernach umbrachte, erzeugt. Die Verzweiflung einer ge-schändeten Prinzessin! Von einem Unbekannte»! In welchem sie end-