Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
423
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Ueber die Grenzen der Mahlerey und Poesie.

auf den Hclmcn und Schilde» vorgestellet wurde, iiud daß Zu-vcnal einen solchen Helm oder Schild in Gedanken halte, alser mit einem Worte darauf anspielte, welches bis ans den?ld-

daS Bcvwort iieiulvini«, welches er ihm giebt, bedeuten? RigallinS sand einealle Glosse, die es durch <i»!>N -»I icium tv i,n.ii,i!>nliti erklärt. Lubinusineinct, das Bild sey auf dem Schilde gewesen, und da das Schild an demArme hänge, so habe der Dichter auch das Bild hängend nennen lönncn.Allein dieses ist wider die Constrnclio»; denn das zu »l><.-i»wr>.'l grl'örigcSubjectum ist nicht mile« sondern c-iMu. Britanniens will, alles was bochin der Luft stehe, könne hangend hcisscn, nnd also auch dieses Bild überoder auf dem Helme. Einige wollen gar i,>'iilv»li5 dafür lesen, nm einenGegensatz mit dein folgenden >><?>i>»ro zu machen, den aber mir sie alleinschön finde» dürften. Was sagt nun Addison bey dieser Ungewißheit? DieAusleger, sagt er, irren sich alle, und die wahre Meinung ist ganz gewißdiese. (S. dessen Reisen deut. Uebers. Seile 249.)Da die römischen Sol-daten sich nicht wenig auf den Stifter und kriegerischen Geist ihrer Repu-blik einbildeten, so waren sie gewohnt auf ihren Helmen die erste GeschichtedeS Romulus zn tragen, wie er von einem Gotlc erzeugt, und von einerWölfin gcsäugct worden. Die Figur des Gottes war vorgestellt, wie er sichans die Priester!» Zlia, oder wie sie andere nennen, Nhea Svlvla, herab-läßt, nnd in diesem Herablassen schien sie über der Jungfrau in der Luftzu schweben, welches denn dnrch das Wort r^ntim»!» sehr eigentlich nndpoetisch ausgedruckt wird. Ausser dem allen Basrelief bcvm Bcllori, welchesmich zuerst ans diese Auslegung brachte, habe ich seitdem die nehmliche Zi-gur auf einer Münze gcsnndcn, die unter der Zeit des AntoninnS Pinsgeschlagen worden." Da Spcncc diese Entdeckung des Addison so ansser-ordcnllich glücklich findet, das; er sie als ein Muster in ihrer Art, und alsdas stärkste Beyspiel anführet, wie nützlich die Werke der allen Artisten zurErklärung der klassischen römischen Dichter gcbrauclil werden können: so kannich mich nicht enthalten, sie ein wenig genauer zu betrachten, (l'ulvmvliuVil. p. 77.) Bors erste muß ich anmerken, daß bloß das Basre-lief nnd die Münze dem Addison wohl schwerlich die Stelle des Iuvrnals indie Gedanken gebracht babcn würde, wenn er sich nicht zugleich erinnert hätte,bey dem allen Scholiastcn, der in der lczlcn ohn einen Zeile anstatt tuix«-»-lls, VLiut-illi» gefunden, die Glosse gelesen zu haben: !»!>>>'>« i»t ili-n» vv-»>>.'»>!.>> u> cuiu'umiit-i-«-!. Nnn nclmic man aber diese Lesart des Scholiastcnnicht an, sondern man nehme die an, welche Addison selbst annimt, undsage, ob man sodann die geringste Spur findet, daß der Dichter die Rbcain Gedanken gebabt habe? Man sage, ob es nicht ein wahres Hvsteronpro-tcro» von ihm seyn würde, daß er von der Wölfin und den jnngen Knabenrede, und sodann erst von dem Abcnthcucr, dem sie ibr Daseyn zu dankenhaben? Die Rhca ist noch nicht Mutter, und die Kinder liegen schon unlerdem Felsen. Man sage, ob eine Schäfcrsiundc wohl ei» schickliches Emblcma