daß cs keine von den geheiligten sind, in welchen er wirklichverehret worden. Es ist ohnedem höchst wahrscheinlich, daß aufdiese letzteren die Wuth der frommen Zerstörer in den erstenJahrhunderten des Christenthums vornehmlich gefallen ist, dienur hier und da ein Kunstwerk schonte, welches durch keine An-betung verunreiniget war.
Da indeß unter den aufgegrabenen Antiken sich Stücke so-wohl von der einen als von der andern Art finden, so wünschteich, daß man den Namen der Kunstwerke nur denjenigen bey-legen möchte, in welchen sich der Künstler wirklich als Künstlerzeigen können, bey welchen die Schönheit seine erste und letzteAbsicht gewesen. Alles andere, woran sich zu merkliche Spurengottcsdicnstlichcr Verabredungen zeigen, verdienet diesen Namennicht, weil die Kunst hier nicht nm ihrer selbst willen gearbei-tet, sondern ein bloßes Hülfsmittel der Religion war, diebey den sinnlichen Vorstellungen, die sie ihr aufgab, mehrauf das Bedeutende als auf das Schöne sahe; ob ich schondadurch nicht sagen will, daß sie nicht auch öfters alles Be-deutende in das Schöne gesetzt, oder aus Nachsicht für dieKunst und den feinern Geschmack des Jahrhunderts, von jenemso viel nachgclaßcn habe, daß dieses allein zu herrschen schei-nen können.
Macht man keinen solchen Unterschied, so werden der Ken-ner und der Antiquar beständig mit einander im Streite liegen,weil sie einander nicht verstehen. Wenn jener, nach seiner Ein-
liebcr zu einem Faune machen wollen. In der That sind solche natürlicheHörner eine Schändung der menschlichen Gestalt , und können nur Wesen ge-ziemen, denen man eine Art von Mitlclgcstalt zwischen Menschen und Thierertheilte. Auch ist die Stellung, der lüsterne Blick nach der über sich gehal-tenen Traube, einem Begleiter des Weingottes anständiger, als dem Eottcselbst. Ich erinnere mich hier, was Clemens Alcrandrinus von Alcrandcrdem Grossen sagt (l-rnlrv,,«. p. 48. I>oU.) L,Zoi^-70 5-«-, ^-^«v-<Zi>c>? ^.,»/i,ui'0>; Tito? k'lv«^ <5oxk»>, x«^ «k^«c?^potzc>z «-'«^«^ko'A'ctt
Es war Alerandcrs ausdrücklicher Wille, das; ihn der Bildhauer mitHörnern verstellen sollte: er war cs gern zufrieden, das; die menschliche Schön-heit in il'ni mit Hörnern beschimpft ward, wenn man ihn nur eines göttlichenUrsprunges zu scvn glaubte.