Ueber die Grenzen der Mahlerey und Poesie.
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ausschmücken solle, a Der Graf verstand sich beßcr auf die Mah-lerey, als auf die Poesie.
Doch ich habe in seinem Werke, in welchem er dieses Ver-langen äußert, Anlaß zu erheblichern Betrachtungen gefunden,
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Es ist wahr, i-iuuu heißt auch dünne; aber hier heißt es blos, scllcn, waswenig vorköiiimt, und ist das Beywort der Treue selbst, und »ichl ibrcrBekleidung. Spcncc würde Siecht haben, wen» der Dichter gesagt bättc:?i>w,>! rsro voisi» n-mno. Drittens - an einem andern Orte soll Horaz dieTreue oder Redlichkeit durchsichtig nennen; um eben das damit anzudeuten,was wir in unsern gewöhnlichen Freundschaftsvcrsicherungen zn sagen pflegen:ich wünschte, Sie könnten mein Herz sehen. Und dieser Ort soll die Zeileder achtzehnten Ode des ersten Buchs scvn:
^Vreitninue Kiltes nrenix-c, nellneiiNor vllro.
Wie kann man sich aber von einem bloßen Worte so verführen laßen? Heißtdenn rute» arc-lni nroulZü, die Treue? Oder heißt es nicht vielmehr, dieTreulosigkeit? Bon dieser sagt Horaz , und nicht von der Treue, daß sie durch-sichtig wie Glas scv, weil sie die ihr anvertrauten Gchciiiinißc eines jedenBlicke bloßstcllct.
a) Apollo übcrgicbt den gereinigten und balsamirtcn Lciclniam des Sar-pcdon dem Tode und dem Schlafe, ihn nach seinem Batcrlandc zu bringen.(II. -e, v. 081. 82 )
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Lavlus cnipfithlt diese Erdichtung den, Mahler, fügt aber hinzu; II vtl f-t-<!>>eiix, qn'IIomers ne »ou» »it rie» titltte tur leü »Ilrüttilü <i>i'»» cleuuuit«tu tu» lein « ,in Senuneil; neu« ne co»noisto»>!, nour ci>c»eleriter ce I)i(^>,<lue ton »eliun meine, lk7 noiiji le cvuronnvns lle nitvol». l?eü iilee« suittmnilernes; I.T Premiere etc it'un mectioere kervice, inuis eile »v peut elrvemnlovee il-in» le c»s present, ou meine les slenr« ine i>gr»ittent llepla-cees, tnr tont nnur une Nizurv <t»i xroune »vec I» inert. (S. 'I'»l>Ie»uxlireü ue I'IIiücle, cle I'0>I>ttee >I'IIeNlere cle I'Liieille >te Virizilv, nvee»tes olikerviiUonii xenerstes 5»r te l^etlumv, » piiri» 1727. 8.) Das heißtvon dem Homer eine von den kleinen Zicrralhcn verlangen, die am meistenmit seiner großen Manier streiten. Die sinnreichsten Attribula, die er demSchlafe hätte geben können, würden ihn bey weitem nicht so vollkommencharakterisiret, bcv weitem kein so lebhaftes Bild bcv nns erregt liabcn, alsder einzige Zug, durch den er ihn zum Zwillingsbrudcr des Todes macht.Diesen Zug snchc der Künstler auszudrücken, und er wird alle Attribut» cnt-belirc» können. Die alten Künstler haben auch wirklich den Tod und denSchlaf mit der Achnllchkcit unter sich vorgestellet, die wir an Zwillingen sonatürlich erwarten. Ans einer Kiste von Eedcrnholz in dem Tempel der Zuno