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6 (1839)
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Laokoon .

XI.

Auch der Graf Caylus scheinet zu verlangen, daß der Dich-ter seine Wesen der Einbildung mit allegorischen Attributen

annehme», so gehören sic doch immer »ichr zu den poetische», als allegorischenAttributen. Aber auch als solche sind sic zu sehr gehäuft, und dir Stelleist eine von den frostigsten des Horaz, Sanadon sagt: ^'ole itire quo e»l!>>>I, i»l i>ri-j >l!>»!i tu «luliUl s«ro!l nl»« lies» Nir lit toill! que u»v<»><! Ileroiiluv. ne i,ui« 5»»sfr!r vet iitliriül N!llUnN!>irv <w elous, >>v eoi»«,>>u lruo», <^ llv i>Iui»>i suiitlu. ^'»i ciu ei> «Ivvvlr ileeliürLur I» Iiülluelio»,eu k»>is>U»!lnt Is» iclec!« g>?iU!r»I<!» sux iilües tinguliereü. L'vtt «loiiuiulgu<1>W ?o>!l -rit eu Iietoin äe ce corioclik. Sanadon hatte ein feines undrichtiges Gefühl, nur der Grund, womit er es bewähren will, ist nicht derrechte. Nicht weil die gebrauchten Attribute« ein »uirsil rMidulsire sind;denn es stand nur bey ihm, die andere Auslegung anzunehmen, und dasEalgengeräthe in die festesten Bindemittel der Baukunst zu verwandeln: son-dern, weil alle Attribut» eigentlich für das Auge, und nicht für das Gehörgemacht sind, und alle Begriffe, die wir durch das Auge erhalten sollten,wen» man sic uns durch das Gehör bcvbringc» will, eine größere Anstrengungerfordern, und einer geringern Klarheit fähig sind. Der Verfolg von derangeführten Strophe des Horaz erinnert mich übrigens an ein Paar Versehe»des Spence, die von der Genauigkeit, mit welcher er die angezogenen Stellender allen Dichter will erwogen habe», nicht den vorthcilhaftcstcn Begriff er-wecken. Er rcdct vo« dcm Bilde, unter welchem die Römer die Treue oderEl'rlichkcit vorstellten, (ui-u. x. p. 143.)Die Römer, sagt er, nannte»sie t'ides; und wen» sie sic Kai» nanntc», so scheinen sic den hohenGrad dicser Eigenschaft, den wir durch grundehrlich (im Englischen cko^viliixiltiwneNv) ausdrücken, darunter verstände» zu habe». Sic wird mit cincrfrcven offenen Gesichtsbildung und in nichts als einem dünne» Kleide vor-bestellet, welches so fei» ist, daß es für durchsichtig gelten kann. Horaz »mnet sie daher, in einer vo» seinen Oden, dünnbcklcidrt; und i» einerandern, durchsichtig." In dicscr klcinc» Stelle sind nicht mehr als drehziemlich grobe Fehler. Erstlich ist es falsch, daß «via ein besonderes Bcvwortscv, welches die Römer der Göttin rille« gegeben. In den bcvdcn Stelle»des Livius, dic cr dcsfalls zum Beweise anführt, (i.iii. I. K. si. i.iii. 11. §. 3.)bedeutet es weiter nichts, als was es überall bedeutet, die Ausschließung allesübrigen. In der einen Stelle scheinet den Criticis das lull sogar verdächtigund durch einen Schrcibcfehlcr, der durch das gleich darneben stehende koionn«veranlasset wordcn, i» dc» Tcrt gckoninic» zu scv«. In der ander» aber ist«ich! vo» der Treue, sondern von der Unschuld, der Unsträflichkcit, in»o-<x'iui.i, die Ncdc. Zwevtcns: Horaz soll in cincr sciner Ode», der Treuedas Bcvwort düimbcklcidct geben; nehmlich in der oben angezogenen fünf unddrcvßigsic» des ersten Buchs: