Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
443
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Ueber die Grenzen der Mahlerey und Poesie. 411!

Dichter dieser mahlerischen Ausstafsirnngcn, so macht cr a»S ei-nem höher» Wesen eine Puppe.

So wie diese Regel durch die Befolgung der Alte» bewähretist, so ist die geflißcndlichc Uebcrtrcttmg derselben ein LicblingSfch-lcr der neuern Dichter. Alle ihre Wesen der Einbildung geben inMaske, und die sich auf diese Maskeraden am besten verstehen,verstehen sich mcistcnthcils auf das Hauptwerk am wenigsten:nehmlich, ihre Wesen handeln zu laßen, und sie durch die Hand-lungen derselben zu charaktcrisircn.

Doch giebt es unter den Attributen, mit welchen die Künst-ler ihre Abstracta bezeichnen, eine Art, die des poetischen Ge-brauchs fähiger und würdiger ist. Ich meine diejenigen, welcheeigentlich nichts allegorisches haben, sondern als Werkzeuge zubetrachten sind, deren sich die Wesen, welchen sie beygeleget wer-den, falls sie als wirkliche Personen handeln sollten, bedienenwürden oder könnten. Der Zaum in der Hand der Mäßigung,die Säule an welche sich die Standhaftigkcit lehnet, sind ledig-lich allegorisch, für den Dichter also von keinem Nutze». DieWage in der Hand der Gerechtigkeit, ist es schon weniger, weilder rechte Gebrauch der Wage wirklich ein Stück der Gerechtig-keit ist. Die Leyer oder Flöte aber in der Hand einer Muse,die Lanze in der Hand des Mars, Hammer und Zange in denHänden des Vulcans, sind ganz und gar keine Sinnbilder, sindbloße Instrumente, ohne welche diese Wesen die Wirkungen, diewir ihnen zuschreiben, nicht hervorbringen können. Von dieserArt sind die Attribute, welche die alte» Dichter i» ihre Be-schreibungen etwa noch cinflcchtcn, und die ich deswegen zumUnterschiede jener allegorischen, die poetischen nennen möchte.Diese bedeuten die Sache selbst, jene nur etwas ähnliches.«

e) Man mag in dem Gemählde, welches Horaz von der Nothwendigkeitmacht, und welches vielleicht das an Attributen reichste Gemählde bey alle»alten Dichtern ist: (l.u>, i. oa, »s,)?rs fem>>er snleit s«v!t KeceMlas:Oliivosj trkdsles K euneo» milnuKeI°IkN8 illiene»; nec kvverus

Vneu» »liest Ii<i»'»Iumiilie nlumlnu»man mag, sage ich, in diesem Ecniähldc die Nägel, die Klammern, das flie-ßende Blcv, für Mittel der Befestigung oder für Werkzeuge der Bestrafung