lieber die Grenzen der Mahlerey und Poesie,
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andern Gründen unterstützt ist, so macht er doch schon sür sichselbst eine kleine Wahrscheinlichkeit, wo man nicht sonst zeigenkann, daß Athenodorus, des Polyklcts Schüler, und Athcno-dorus der GeHülse des Agcsandcr und Polydorus, unmöglicheine und eben dieselbe Person können gewesen seyn. ZumGlücke läßt sich dieses zeigen, und zwar aus ihrem verschiedenenVatcrlande. Der erste Athenodorus war, nach dem ausdrückli-chen Zeugnisse des Pausanias,« aus Klitor in Arkadien; derandere hingegen, nach dem Zeugnisse des PliniuS, aus Rhodusgebürtig.
Herr Winkclmann kann keine Absicht dabey gehabt haben,daß er das Vorgeben des Maffci, durch Bcyfügung dieses Um-standes, nicht unwidcrsprcchlich widerlegen wollen. Aiclmehrmüssen ihm die Gründe, die er aus der Kunst des Werks,nach seiner unstreitigen Kenntniß, ziehet, von solcher Wichtig-keit geschienen haben, daß er sich unbekümmert gelassen, ob dieMeinung des Maffci noch einige Wahrscheinlichkeit behalte, odernicht. Er erkennet, ohne Zweifel, in dem Laokoon zu viele vonden arFutiis, die dem Lysippus so eigen waren, mit welchendieser Meister die Kunst zuerst bereicherte, als daß er ihn fürein Werk vor desselben Zeit halten sollte.
Allein, wenn es erwiesen ist, daß der Laokoon nicht älterseyn kann, als Lysippus, ist dadurch auch zugleich erwiesen, daßer ungefehr aus seiner Zeit seyn müsse? daß er unmöglich einweit späteres Werk seyn könne? Damit ich die Zeiten, in wel-chen die Kunst in Griechenland , bis zum Anfange der römischenMonarchie, ihr Haupt bald wiederum empor hob, bald wieder-um sinken ließ, übergehe: warum hätte nicht Laokoon die glück-liche Frucht des Wcttcifcrs seyn können, welchen die verschwen-derische Pracht der ersten Kayscr unter den Künstlern entzündenmußte? Warum könnten nicht Agcsandcr und scinc Gchülfcndic Zcitvcnvandtcn eines Strongylion, eines Arccsilaus, einesPasitclcs, cincs Posidonius, cincs Diogcncs scyn ? Wurden nichtdic Werke auch dieser Meister zum Theil dem Besten, was dic
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