528
Knust jemals hervorgebracht hatte, gleich gcschätzct? Und wannnoch lingczwciscltc Stücke von selbigen vorhanden wären, dasAlter ihrer Urheber aber wäre unbekannt, und liesse sich ansnichts schliesst», als aus ihrer Kunst, welche göttliche Eingebungmüßte den Kenner verwahren, daß er sie nicht eben sowohl injene Zeiten setzen zu müssen glaubte, die Herr Winkclmann al-lein des Laokoons würdig zu seyn achtet?
ES ist wahr, Plinins bemerkt die Zeit, in welcher die Künst-ler des Laokoons gelebt haben, ausdrücklich nicht. Doch wennich aus dem Zusammenhange der ganzen Stelle schlicsscn sollte,ob er sie mehr unter die alten oder unter die neuern Artistengerechnet wissen wollen: so bekenne ich, daß ich für das letztereeine grössere Wahrscheinlichkeit darinn zu bemerken glaube.Man urtheile.
Nachdem Plinins von den ältesten und größten Meisternin der Bildhauerkunst, dem Phidias , dem Praxiteles, dem Sco-pas, etwas ausführlicher gesprochen, und hierauf die übrigen,besonders solche' von deren Werken in Rom etwas vorhandenwar, ohne alle chronologische Ordnung nahmhaft gemacht: sofährt er folgender Gestalt fort:« ZXoo multo nlunum sama oft,i^unrunclam clniit-iti in oj>vriliu8 eximiis olistanto numero srtili-eum, «juoni.im nec unus oeeuzirlt gloriam, noc nlures ^isiitornimciinuii i'ol'tuttt, ticut in I^ilocconto, vK in 1'iti Ininoia-tnns tlnmn, o^us omnilius >K ^ictunv ^ ltatimi-'i!« srtis priv^o-»oniliim. Lx uno Iii«iilo e«m <v^ likern« clineonuni^ue mirauilesiioxiiii llo oonkilii tontvntis fvcvrs summi sitilieos, ^Zvsixxlvr^ I^al^cloriis ^tlivnocloius liticxlii. 8!militer p-ilkrtinas clo-nius l^ivkarum ronlovorv »roliiltissimis ll^nis t!iaterus cum tkio-llnro, I'olzcloctcs cum Uvrmnlan, I^tliolloriis «ilius eum ^rte-mnne, >^ singulaiis ^zilirotlifius l'iilllianus. ^Ai-In^iv piuitneum«locoravit Diogenes ^tlivniontis, ^ tüku^iitiu'es in columnis tvmz,Iiojus jiroliiuitur intor ^auea onorum: sieut in fultiFio ^»ofita fignil,svtl jirnntor altituclinem loei ininus colodrata.
Von allen den Künstlern, welche in dieser Stelle gcnennctwerden, ist Diogenes von Athen derjenige, dessen Zeitalter am
e) l.ibr. XXXVl. lecl, 4. I>. 730.