Ucbcr die Grenzen der Mahlerey und Poesie. 5>2!>
unwidcrsprcchlichstcn bestimmt ist. Er hat das ^anthciun desAgrippa ausgezicrct; cr hat also nntcr dem Augustus gelebt.Doch man erwäge die Worte des Plinius etwas genauer, undich denke, man wird auch das Zeitalter des Cralcrus und Py-chodorus, des Polydcktcs und Hcrmolaus, des zweyten Pv-thodorus und Artcmcns, so wie des Aphrodisius Trallianus,eben so unwidcrsprcchlich bestimmt finden. Er sagt von ihnen:i^I.it'mn« <Inmus Lii:l'i>i»»> rl'^Ievcio j»oI>!»<il'l'imi5 si<;»i^. Ichfrage: kann dieses wohl nur so viel hcisscn, daß von ihren vor-trefflichen Werken die Pallästc der Kayser angefüllet gewesen^In dem Verstände nehmlich, daß die Kayser sie überall zusam-men suchen, und nach Rom in ihre Wobnungcn versetzen las-sen? Gewiß nicht. Sondern sie müssen ihre Werke ausdrücklichfür diese Pallastc der Kayser gearbeitet, sie müssen zu den Zei-ten dieser Kayser gelebt haben. Daß cS späte Künstler gewesen,die nur in Italien gearbeitet, läßt sich auch schon daher schlicsscn,weil man ihrer sonst nirgends gedacht findet. Hätten sie inGriechenland in frühern Zeiten gearbeitet, so würde Pausanias ein oder das andere Werk von ihnen gesehen, und ihr AndenkenunS aufbehalten haben. Ein Pylhodorus kommt zwar bey ihmvor,/ allein Harduin hat sehr Unrecht, ihn für den Pythodorusin der Stelle des Plinius zu halte». Denn Pausanias nennetdie Bildsäule der Juno, die cr von der Arbeit des ersten: zuKoronca in Vocoticn sahe, «^cx^« «9^«^, welche Benen-nung cr nur den Werken derjenigen Meister gicbct, die in denallerersten und rauhcstcn Zeiten der Kunst, lange vor einemPhidias und Praritclcs, gelebt hatten. Und mit Werken solcherArt werden die Kayser gewiß nicht ihre Pallästc ausgczierct ha-ben. Noch weniger ist auf die andere Bcrmutbung des Har-duins zu achten, daß Artcmon vielleicht der Mahler gleichesNamens sey, dessen Plinius an einer andern Stelle gedenket.Name und Name geben nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit,dcrcnwcgcn man noch lange nicht befugt ist, der natürlichenAuslegung einer unverfälschten Stelle Gewalt anzulhun.
Ist es aber sonach ausser allem Zweifel, daß Cratcrus und
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