Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
206
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Hamburgische Tramalurgic.

I>eto voui-lm vxvunäi, mit der ersten besten Lugen, die demKnaben einfällt. Er geht nicht ab, um das zu thun, was ersagt, sondern um, ein Paar Zeilen darauf, mit einer Nachrichtwiederkommen zu können, die der Poet durch keinen andernertheilen zu lassen wußte. Noch ungeschickter geht Voltaire mitdem Schlüsse ganzer Akte zu Werke. Am Ende des drittensagt Polyphont zu Mcropen, daß der Altar ihrer erwarte, daßzu ihrer fcycrlichcn Verbindung schon alles bereit sey; und sogeht er mit einem Veno-i, klau'amo ab. Madame aber folgtihm nicht, sondern geht mit einer Exklamation zu einer an-dern Coulisse hinein; worauf Polyphont den vierten Akt wiederanfängt, lind nicht etwa seinen Unwillen äußert, daß ihm dieKöniginn nicht in den Tempel gefolgt ist, (denn er irrte sich,es hat mit der Trauung noch Zeit,) sondern wiederum mitseinem Erox Dinge plaudert, über die er nicht hier, über dieer zu Hause m seinem Gemache, mit ihm hätte schwatzen sollen.Nun schließt auch der vierte Akt, und schließt vollkommen wieder dritte. Polyphont citirt die Königinn nochmals nach demTempel, Merope selbst schreyet,

lüourons lous vors le temple 011 m'attenä mon outrage;und zu den Opferpricstern, die sie dahin abholen sollen, sagt sie,

Vous vellL2 !» I'autel Llltraluer la viotime.Folglich werden sie doch gewiß zu Anfange des fünften Aktsin dem Tempel seyn, wo sie nicht schon gar wieder zurück sind?Keines von beiden; gut Ding will Weile haben; Polyphonthat noch etwas vergessen, und kömmt noch einmal wieder, undschickt auch die Königinn noch einmal wieder. Vortrefflich!Zwischen dem dritten und vierten, und zwischen dem viertenund fünften Akte geschieht demnach nicht allein das nicht, wasgeschehen sollte; sondern es geschieht auch, platter Dings, gar nichts,und der dritte und vierte Akt schliesscn blos, damit der vierteund fünfte wieder anfangen können.