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Hambnrgische Dramaturgie.
lich sich ihm ergeben, l»id ihn, imtcr Versicherung sie zu hcv-rathcn, zum Eigenthümer ihrer Ehre gemacht. (?o Ii!eollo mi «mnor: der Ausdruck sagt im Spanischen ein wenig viel.)Nur die Feindschaft, welche unter ihren beyderscitigcn Familienobgewaltet, habe nicht erlaubt, ihre Verbindung zu vollziehen.Esser ist nichts in Abrede, und fügt hinzu, daß, nach dem Todeihres Vaters und Bruders, nur die ihm aufgetragene ExpeditionWider die Spanier dazwischen gekommen sey. Nun aber habeer diese glücklich vollendet; nun wolle er unverzüglich die Köni-ginn um Erlaubniß zu ihrer Vermählung antreten. — Und sokann ich dir denn, sagt Bianca, als meinem Geliebten, alsmeinem Bräutigam, als meinem Freunde, alle meine Geheim-nisse sicher anvertrauen. (°) —
Ein und sechzigstes Stück.Tcn Istcn December, 1767.Hierauf beginnt sie eine lange Erzchlung von dem Schicksaleder Maria von Schottland . Wir erfahren, (denn Esser selbstmuß alles das, ohne Zweifel, längst wissen,) daß ihr Vaterund Bruder dieser unglücklichen Königinn sehr zugethan gewesen;daß sie sich geweigert, an der Unterdrückung der Unschuld Theilzu nehmen; daß Elisabeth sie daher gefangen setzen, und indem Gefängnisse heimlich hinrichten lassen. Kein Wunder, daßBianca die Elisabeth haßt; daß sie fest entschlossen ist, sich anihr zu rächen. Zwar hat Elisabeth nachher sie unter ihre Hof-damen aufgenommen, und sie ihres ganzen Vertrauens gcwür-digct. Aber Bianca ist unversöhnlich. Umsonst wählte dieKöniginn, nur kürzlich, vor allen andern das Landgut derBianca, um die Jahreszeit einige Tage daselbst ruhig zu ge-messen. — Diesen Vorzug selbst wollte Blanca ihr zum Ver-derben gereichen lassen. Sie hatte an ihren Oheim geschrieben,welcher, aus Furcht, es möchte ihm wie seinem Bruder, ihremVater, ergehen, nach Schottland geflohen war, wo er sich im
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