Hamburgische Dramaturgie.
Erster Band.
Ankündigung.
s wird sich leicht errathen lassen, daß die neue Verwaltungdes hiesigen Theaters die Veranlassung des gegenwärtigen Blat-tes ist.
Der Endzweck desselben soll den guten Absichten entsprechen,welche man den Männern, die sich dieser Verwaltung unterziehenwollen, nicht anders als beymcsscn kann. Sie haben sich selbsthinlänglich darüber erklärt, und ihre Aeusserungen sind, sowohlhier, als auswärts, von dem feinern Theile des Publikumsmit dem Vcyfallc aufgenommen worden, den jede frcywilligeBeförderung des allgemeinen Besten verdienet, und zu unsernZeiten sich versprechen darf.
Freylich giebt es immer und überall Leute, die, weil siesich selbst am besten kennen, bey jedem guten Unternehmen nichtsals Nebenabsichten erblicken. Man könnte ihnen diese Beruhi-gung ihrer selbst gern gönnen; aber, wenn die vermeinten Nebenab-sichten sie wider die Sache selbst aufbringen; wenn ihr hämischerNeid, um jene zu vereiteln, auch diese scheitern zu lassen, bemühtist: so müssen sie wissen, daß sie die vcrachtungswürdigsten Glie-der der menschlichen Gesellschaft sind.
Glücklich der Ort, wo diese Elenden den Ton nicht angeben;wo die größere Anzahl wohlgesinnter Bürger sie in den Schran-ken der Ehrerbietung hält, und nicht verstattet, daß das Besseredes Ganzen ein Raub ihrer Kabalen, und patriotische Absichtenein Vorwurf ihres spöttischen Aberwitzes werden!
So glücklich sey Hamburg in allem, woran seinem Wohl-stande und seiner Freyheit gelegen: denn es verdienet, so glück-lich zu seyn!
Lessings Werke 1