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7 (1839)
Entstehung
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237
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Zweyter Band.Drey und fünfzigstes Stück.

Den 3tc» November, 17ti7.

Den ein lind vierzigsten Abend (Frcytags, den llOtcn Ju-lius,) wnrdcn Ecnic und der Mann nach der Ubr, wiederholt. (°)

Ecnic, sagt Chcvricr gerade hcrans,(") führct den ?!a-mcn der Fran von Graffigni, ist aber ein Werk des Abts vonNoiscnon. Es war Anfangs in Versen; weil aber die Franvon Graffigni, der es erst in ihrem vier und fünfzigsten Jahreeinfiel, die Schriftstellerinn zu spielen, in ihrem Lieben keinenNcrs gemacht hatte, so ward Ecnic in Prosa gebracht. As-usI'^utour, fügt cr hinzu, ^ s laislv 81 vors <mi ^ exittont «lansIvur onticr." Das ist, ohne Zweifel, von einzeln hin lindwieder zerstreuten Zeilen zu verstehen, die den Reim verloren,aber die Sylbenzahl beybehalten haben. Doch wenn Ehcvricrkeinen andern Beweis hatte, daß das Stück in Versen gewesen:so ist es sehr erlaubt, daran zu zweifeln. Die französischenVerse kommen überhaupt der Prosa so nahe, daß es Mühe ko-sten soll, nur in einem etwas gesuchteren Stile zu schreiben,ohne daß sich nicht von selbst ganze Verse zusammen finden, de-nen nichts wie der Reim mangelt. Und gerade denjenigen, diegar keine Verse machen, können dergleichen Ncrsc am ersten ent-wischen ; eben weil sie gar kein Ohr für das Metrum haben, undes also eben so wenig zu vermeiden, als zu beobachten verstehen.

Was hat Ecnic sonst für Merkmahle, daß sie nicht ans derFeder eines Frauenzimmers könne geflossen scvn?Das Frauen-zimmer überhaupt, sagt Rousseau , liebt keine einzige Kunst,versteht sich auf keine einzige, und an Genie fehlt es ihm ganzund gar. Es kann in kleinen Werken glücklich scvn, die nichtsals leichten Witz, nichts als Gcschmack, nichts als Anmutb,höchstens Gründlichkeit und Philosophie verlangen. ES kann

C) S. den 2Zstcn und ?9stm Abcnd, Scilc 88 und 99.(") vlilervswur Se8 «pecl-lcle» rollw I. p, Sli.("°) -t ll'älcmIieN p. 193.